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Geschichtliches zum Konflikt in Sierra Leone

Eine bewaffnete Gruppe, unter dem Namen RUF (Revolutionary United Front) bekannt, wurde in den Jahren 1988-1989 in Libyen gegründet. Die RUF begann ihre bewaffneten Operationen - unter dem Kommando von Foday Sankoh - gegen die Regierungskräfte in Sierra Leone im März 1991. Am 30. November 1996 unterzeichneten Foday Sankoh und der Präsident der sierra-leonischen Republik, Ahmed Tejan Kabbah, ein Friedensabkommen, welches nur von einer kurzen Waffenruhe gefolgt wurde. Am 25. Mai 1997 übernahm der AFCR (Armed Forces Revolutionary Council) - von Angehörigen der Armee von Sierra Leone gegründet und von Johnny Paul Koroma angeführt - nach einem Putsch die Macht. Kurz nach diesem Staatsstreich schlossen sich die RUF und der AFCR zusammen. Ab dem 25. Mai 1997 wurde das Land von einer Junta regiert, die sich aus Leadern von RUF/AFCR zusammensetzt.

Der bewaffnete Widerstand gegen die RUF/AFCR wurde von den CDF (Civil Defence Forces) geführt, welche sich aus mehreren traditionellen Jägergruppen aus verschiedenen Ethnien in Sierra Leone zusammensetzt. Der nationale Koordinator der CDF ist Hinga Norman.

Am 14. Februar 1998 wurde die Junta durch Anhänger des abgesetzten Präsidenten Kabbah von der Macht vertrieben, besonders durch die CDF. Die Regierung von Präsident Kabbah wurde im Oktober 1998 offiziell wieder ins Amt gesetzt. Gegen Ende 1998 lancierten die RUF/AFCR eine schwere Offensive, deren Höhepunkt in einem Angriff gegen die Hauptstadt Freetown bestand. Freetown wurde im Januar 1999 während drei Wochen besetzt; in dieser Zeit wurden systematisch Gräueltaten begangen.

Der Rückzug der Truppen von RUF/AFRC aus Freetown in den Norden wurde ebenfalls von unzähligen Misshandlungen an der Lokalbevölkerung begleitet. Am 7. Juli 1999 unterzeichneten Foday Sankoh und Ahmed Tejan Kabbah einen neuen Friedensvertrag in Lomé in Togo, welcher wiederum nur einen kurzfristigen Waffenstillstand brachte. Der Friedensvertrag sah eine umfassende Amnestie für alle Verbrechen vor, die vor seinem Inkrafttreten begangen wurden, und legte die Grundlage für eine "Wahrheits- und Wiederversöhnungskommission".

Die Feindseligkeiten gingen dennoch weiter bis im November 2000, als eine neue Waffenruhe vereinbart wurde. Sie sah insbesondere einen Entwaffnungs-Prozess vor. Am 30. März 2001 bewilligte der UNO-Sicherheitsrat eine Aufstockung der UN-Truppen (UNAMSIL) auf 17'500 Militärs, inklusive 260 Militärbeobachter. Bei ihrer Einsetzung im Oktober 1999 zählte die UNAMSIL 6'000 Personen. Die UNAMSIL ist die Nachfolgerin der UNOMSIL, gebildet im Juni 1998 durch den Sicherheitsrat.

Über 3000 Kindersoldaten, welche entführt und von ihren Familien getrennt wurden, wurden Ende 2001 von der RUF und den CDF freigelassen. Obwohl der RUF über 1500 männliche Kindersoldaten entliess, schien er kaum gewillt, die entführten sierra-leonischen und guineischen Frauen freizulassen, welche wahrscheinlich zum grossen Teil sexuell missbraucht wurden. Seit Januar 2002 wurden über 47'000 Kämpfer entwaffnet und demobilisiert. An einer Zeremonie am 18. Januar 2002 wurde der bewaffnete Konflikt in Sierra Leone im Beisein zahlreicher Würdenträger offiziell als beendet erklärt.

Erstmals seit vier Jahren wurde der Ausnahmezustand am 28. Februar 2002 endlich aufgehoben.

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