Das Recht im Dienst der Opfer schwerster Verbrechen
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Christian Federico von Wernich wurde im Jahre 1938 geboren und ist deutscher Abstammung. Im Jahre 1976 wurde er Pfarrer der Polizei der Stadt Buenos Aires.
Von Wernich wird vorgeworfen, dass er seine Position im Klerus missbraucht hat, um während der Beichte an Informationen politischer Gefangener zu gelangen.
Eines der grausamsten Verbrechen, an denen von Wernich teilgenommen hat, ist dasjenige gegenüber der „Gruppe der sieben“ (Grupo de los siete) Studenten, die er offenbar durch die Beichte „kleinkriegte“ und die anschliessend getötet wurden. Angeblich soll Wernich oft Verwandte der sieben Studenten besucht und sie um Geld gebeten haben. Er erzählte ihnen, dass ihre Kinder freigelassen würden, sobald sie mit ihm zusammenarbeiteten. Er soll dasselbe auch Studenten wie Cecilia Idiart versprochen haben, die später getötet wurde.
Der von der Nationalen Kommission für das Verschwinden (CONADEP) verfasste Bericht „Nunca Más“ („Niemals wieder“) enthält wichtige Informationen bezüglich der Rolle, welche von Wernich während dieser Zeit der Repression innehatte und bezüglich seiner angeblichen Teilnahme an Folter und willkürlicher Festnahme. Der Bericht gibt mehrere Zeugenaussagen wider, die diese Taten mit dem Klerus in Verbindung bringen. Ein argentinischer Beamter beispielsweise, welcher an einem Mord eines Oppositionsmitgliedes in der Gegenwart von Wernichs beteiligt gewesen war, machte später folgende Aussage: „Vater von Wernich hat gesehen, dass mich das vorgefallene Ereignis schockiert hatte, und sagte zu mir, dass unsere Tat nötig gewesen sei. Es sei ein patriotischer Akt gewesen und Gott wisse, dass dies zum Wohle des Landes geschehen sei.“
Nach der Diktatur wurde von Wernich von der Kirche in die Gemeinde vom 9. Juli, ca. 250 km entfernt von Buenos Aires, geschickt. Dort blieb er bis 1996. Danach zog er nach Chile, wo er unter dem Namen Cristian Gonzalez als Pfarrer in El Quisco arbeitete.
Im Jahre 2003 wurde von Wernich von Hernan Brienza, einem Journalisten, der seine Beteiligung an den Verbrechen untersuchte und an dem Buch „Maldito tu eres“ herausgab, in El Quisco aufgesucht. Das Buch handelt von der Verbindung von Wernichs mit dem repressiven Regime in Argentinien. Infolgedessen gab von Wernich im Mai 2003 seine priesterliche Tätigkeit auf.
Nachdem das Verfassungsgericht das Amnestiegesetz („Ley de Punto Final“) und das Gesetz des gebührenden Gehorsams („Ley de Obediencia debida“) für verfassungswidrig erklärte, wurde von Wernich im Jahre 2003 festgenommen.
Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt.
Informationen
Argentina
1938La Plata, Argentinien
1976
- 1983
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Folter
Andere
Verschwindenlassen 15.03.2012