Ali Daeem Ali war Anfang der achtziger Jahre Vertreter der Baath-Partei Saddams in der Region von Dujail.
Ali Daeem Ali ist angeklagt, bei der Hinrichtung von mehr als 140 Menschen aus dem Dorf Dujail und bei unrechtmässigen Festnahmen von ungefähr 1500 Personen beteiligt gewesen zu sein.
Die Ereignisse in Dujail begannen am 8. Juli 1982, als Saddam Hussein die schiitische Stadt besuchte, um sich mit Stammesführern zu treffen. Dujail war eine Hochburg der schiitischen Dawa-Partei, die aus Protest gegen den Krieg mit dem schiitischen Iran Terroranschläge im Irak verübte. Dawa wollte mit dem Attentat auf Saddam Hussein auch die Hinrichtung eines ihrer Parteigründer rächen. Als die Wagen Husseins in die Stadt rollten, eröffneten Dawa-Mitglieder das Feuer. Es kam zu einem vierstündigen Gefecht. Saddam Hussein wurde von Kampfhubschraubern und Soldaten gerettet. Er soll versichert haben, auf Vergeltung zu verzichten. Wenig später schlug aber der Geheimdienst zu: Obstplantagen der Stadt wurden zerstört und fast 150 Personen getötet. Die jüngsten Opfer waren 13 Jahre alt.
Die Ereignisse von Dujail stehen im Mittelpunkt des Verfahrens vor dem Sondertribunal.
Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt.