  |  |  |  | Alois Brunner |  | | Kontext : | Besetztes Frankreich  | | Urteilsort : | Frankreich  | | Status : | Verurteilt | | Statusbeschreibung : | In Abwesenheit wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt – gesucht – vermutlich verstorben | | Funktion : | Offizier der SS, Kommandant des Durchgangslagers Drancy | |
|  | |  | Alois Brunner wurde am 8. April 1912 in Rohrbrunn, einem Dorf im ungarischen Teil des österreichisch-ungarischen Reiches, geboren. Mit 19 Jahren trat er der österreichischen NSDAP, und im Dezember 1932 der SA bei. Nachdem die NSDAP am 19. Juni 1933 in Österreich verboten wurde, trat er der "österreichischen Legion" bei, in der er auch Adolf Eichmann (vgl. "Verbindungen") kennen lernte. Eine Woche nach der Pogromnacht vom 10. November 1938 bewarb sich Brunner bei der SS. Er wurde am 10. April 1939 aufgenommen. Als enger Mitarbeiter Eichmanns tat sich Brunner zunächst in Wien als Mitarbeiter, später als Leiter der „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“ hervor. Später führte er verschiedene Gestapo-Sonderkommandos zur Deportation von Juden an.
In Wien im Oktober 1942 liess Brunner 20'000 Juden deportieren. Zwischen Februar und Mai 1943, im griechischen Saloniki, liess er doppelt soviele in die Konzentrationslager abtransportieren. Ab dem 18. Juni 1942 übernahm er das Kommando im Durchgangs- und Sammellager Drancy, um die Deportation der Juden aus Frankreich zu beschleunigen. Er verliess Paris am 17. August 1944 in Richtung Slowakei, wo er 13'500 weitere Juden deportieren liess. Am 13. März 1945 liess er einen letzten Transport aus dem Lager Sered in der Slowakei abfahren. Es wird geschätzt, dass etwa 147'000 Juden auf direkte Anweisung Brunners deportiert wurden.
Um nach dem Krieg der Festnahme zu entkommen, legte sich Alois Brunner die Identität eines Wehrmachtsoldaten und den Namen "Alois Schmaldienst" zu. Bald darauf kamen ihm erstmals glückliche Umstände zur Hilfe: Sein Namensvetter Anton Brunner, Hauptmann der SS wie er, wurde in Wien von den sowjetischen Truppen hingerichtet. Während langer Zeit wähnte man deshalb Alois Brunner tot. Zudem wurde sein Namensvetter in der Presse oft mit "Anton-Alois Brunner" bezeichnet.
In den Wirren der Nachkriegszeit ermöglichte es die neue Identität Brunner, Arbeit als Chauffeur in einer amerikanischen Militärbasis zu finden, und sich später neue Papiere zu beschaffen. Es gelang ihm, sich bis 1953 in der Region Essen in Deutschland niederzulassen.
1953 nahmen die Deutschen Behörden die Jagd nach den Nazi-Verbrechern neu auf. Alois Brunner nahm darauf den Namen Georg Fischer an und verliess Europa. Nach einem Zwischenhalt in Kairo fand er über ein Netzwerk von Unterstützern nach Damaskus.
1960 enthüllte Wilheim Beissner, ein ehemaliger Spion des Reichssicherheitshauptamts (RSHA) gegenüber einem französischen Agenten, dass sich Brunner in Syrien befand.
Am 3. September 1961 begab sich Brunner auf die Zentralpost von Damaskus, um ein Paket abzuholen. Zwei Postbeamte wurden von der Explosion der Paketbombe getötet, Brunner wurd an einem Auge verletzt und verlor mehrere Finger der linken Hand, überlebte aber. "Fischer" wurde jedoch von der syrischen Polizei als tot gemeldet.
Alois Brunner wurde zuletzt im Oktober 1992 in Damaskus gesehen, als er in einer Ambulanz sein Domizil verliess.
Zahlreiche Quellen versichern, Brunner sei tot und liege auf einem christlichen Friedhof in Damaskus begraben. |  | mehr... |  | Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt. |  |  |  | | Nationalität : | | | Austria |  | | Geburtsdatum : | | | 08.04.1912 |  | | Zeitspanne der Fakten : | | | 18.06.1942 - 17.08.1944 |  | | Kategorien : | | | Kriegsverbrechen Verbrechen gegen die Menschlichkeit |  | | Letzte Änderung des Profils : | | | 10.03.2010 |
|  |
 | |  |
|
|