  |  |  |  | Aloys Simba |  | | Kontext : | Ruanda  | | Urteilsort : | IStGR (Ruanda)  | | Status : | Verurteilt | | Statusbeschreibung : | In erster Instanz wegen Völkermords der Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu einer Gefängnisstrafe von 25 Jahren verurteilt; Urteil am 27. November 2007 durch die Berufungskammer bestaetigt | | Funktion : | Berater für die Zivilverteidigung der Präfekturen Gikongoro und Butare | |
|  | |  | Aloys Simba wurde am 28. Dezember 1938 in der Gemeinde Musebeya, Präfektur Gikongoro, in Ruanda geboren. Nachdem er die Militärschule in Ruanda abgeschlossen hatte, führte er zwischen 1963 und 1967 mehrere Militäreinheiten an und kämpfte 1964 an der Seite von Mobutu Sese Seko in Zaire. Im Jahr 1973 schloss sich Aloys Simba der Gruppe der "Kameraden vom 15. Juli" an, die Juvénal Habyarimana an die Macht brachte. Nachdem er für kurze Zeit Informationsminister gewesen war, trat er ins Verteidigungsministerium ein und leitete das Militärlager von Kigali. Zwischen 1980 und 1988 war er Abgeordneter und Präsident der MRND ("Mouvement républicain national pour la démocratie et le développement"; frei übersetzt: Nationale republikanische Bewegung für Demokratie und Entwicklung; Präsidentschaftspartei) für die Provinz Gikongoro. Im Jahr 1993 trat er von seinen Funktionen zurück. Er wurde 1994 zum Berater für die Zivilverteidigung der Präfekturen Gikongoro und Butare ernannt.
Für den Gerichtshof ist erstellt, dass Aloys Simba im April, Mai und Juni 1994 de facto die Amtsgewalt und die Kontrolle innehatte über die Soldaten, die Polizei, die Interahamwe, die Milizsoldaten und die zivilen Hutu der Präfektur Gikongoro sowie gewisser Ortschaften der Präfektur Butare.
Gemäss dem Urteil vom 13. Dezember 2005 organisierte und plante Aloys Simba die Rekrutierung sowie die Ausbildung der Interahamwe und der jungen Hutu, welche sich in verschiedenen Ortschaften der Präfektur Gikongoro am Völkermord beteiligten. Er schuf zu diesem Zweck in Kigeme und Mbuga Trainingslager für die Miliz. Er soll auch die Volkszählung der Hutu und der Tutsi in der Präfektur angeordnet haben. Schliesslich soll er die Milizsoldaten bewaffnet haben, die in den Präfekturen Gikongoro und Butare Massaker verübt haben.
Aloys Simba wurde am 27. November 2001 in Senegal angehalten. Am
9. März 2002 wurde Simba den Behörden des Internationalen Strafgerichtshofs für Ruanda (ICTR) übergeben, welche ihm seine Anklageschrift bekannt gaben. Am 11. März 2002 kam er in Arusha an. |  | mehr... |  | Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt. |  |  |  | | Nationalität : | | | Rwanda |  | | Geburtsdatum : | | | 28.12.1938 |  | | Letztes mal Gesehen : | | | Arusha, Tansania |  | | Zeitspanne der Fakten : | | | 03.1994 - 07.1994 |  | | Urteilperiode : | | | 30.08.2004 - 27.11.2007 |  | | Kategorien : | | | Genozid Verbrechen gegen die Menschlichkeit |  | | Letzte Änderung des Profils : | | | 28.02.2010 |
|  |
 | |  |
|
|