   |  |  |  | Anatole Nsengiyumva |  | | Kontext : | Ruanda  | | Urteilsort : | IStGR (Ruanda)  | | Status : | Laufender Prozess | | Statusbeschreibung : | Angeklagt im sogenannten „Militaerprozess I“, welcher am 2.April 2002 begann | | Funktion : | Oberstleutnant, Chef des militärischen Nachrichtendienstes im Oberkommando der Armee | |
|  | |  | Anatole Nsengiyumva wurde am 4. September 1950 in der Gemeine Satinsyi in der Präfektur Gisenyi geboren. Er wurde Oberstleutnant in der Armee und bekleidete mehrere Jahre die Position des Chefs des militärischen Nachrichtendienstes im Oberkommando der Armee bevor er am 13.Juni 1993 die Stelle des Oberbefehlshabers für den Bereich Gisenyi übernahm. In dieser Funktion hatte er den Oberbefehl über alle Streitkärfte in Gisenyi inne. Aufgrund seiner Beziehungen hatte er außerdem den Befehl ber die Milizen der MRND (Nationale Republikanische Bewegung für Demokratie und Entwicklung , über die Interahamwe und auch über die Milizen der CDR, die Impuzamugambi.
Der Anklageschrift zufolge soll Anatole Nsengiyumva, mit Théoneste Bagosora, Aloys Ntabakuze und Joseph Nzirorera (siehe “Verbindungen”) einen Komplott geschmiedet haben, um einen Plan aufzustellen, um durch Schüren von Haß und Rassenhaß die Opposition auszuschaltenum so an der Macht zu bleiben.
Anatole Nsengiyumva wird beschuldigt, in Ausführung dieses Plans an den Massakern, die dann gegen die Tutsi-Bevölkerung und die gemäßigten Hutus begangen wurden, teilgenommen zu haben. Während der Friedensverhandlungen in Arusha erklärte Anatole Nsengiyumva öffentlich, daß diese nur zum Krieg führen würden und die Ausrottung der Tutsis zur Folge hätten..
Darüberhinaus wird Anatole Nsengiyumva beschuldigt, das Training der MRND Milizen(Interahamwe), sowie der CDR Milizen(Impuzamugambi) ueberwacht haben soll. Am 10. Januar 1994 sollen 1700 Milizangehörige an einem solchen Training teilgenommen haben, in welchem ihnen beigebracht worden sein soll, innert zwanzig Minuten 1000 Tutsis zu töten. Er soll auch an der Verteilung von Waffen an die Milizen teilgenommen haben.
Die Anklageschrift wirft Anatole Nsengiyumva ebenfalls vor, die Listen der zu tötenden Personen erstellt zu haben, welche unter seinem Befehl regelmäßig aktualisiert worden sein soll.
Während der Nacht vom 6. auf den 7. April 1994 soll Anatole Nsengiyumva der Anklageschrift zufolge nach Absprache mit Théoneste Bagosora den Befehl gegeben haben, mit den Massakern in Gisenyi zu beginnen;So soll er angeordnet haben, alle Tutsis zu töten. Die ersten Massaker sollen unter seinem Befehl und in seiner Anwesenheit stattgefunden haben.
Nsengiyumva wurde am 27.März 1996 verhaftet und am 23. Januar an den Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda (IStGR) überstellt. |  | mehr... |  | Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt. |  |  |  | | Nationalität : | | | Rwanda |  | | Geburtsdatum : | | | 04.09.1950 |  | | Letztes mal Gesehen : | | | Arusha, Tansania |  | | Zeitspanne der Fakten : | | | 01.01.1994 - 31.12.1994 |  | | Urteilperiode : | | | 02.04.2002 |  | | Kategorien : | | | Genozid Verbrechen gegen die Menschlichkeit |  | | Letzte Änderung des Profils : | | | 14.02.2008 |
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