Der 1941 geborene Sarwari war ein Mitglied des Khalq-Flügels der Afghanischen Demokratischen Volkspartei (PDPA), die im April 1978 durch einen Putsch an die Macht kam. Der Khalq ("Volk")-Flügel der PDPA befand sich in ständigem Streit mit dem Parcham ("Banner")-Flügel.
Ab dem 1. April 1979 war Sarwari Chef der Geheimpolizei AGSA (Afghanistan Gattho Satunkai Aidara/ Afghanische Administration für Staatssicherheit), einer Vorläuferorganisation der KhAD (Khedamat-e Etelea'at-e Dawlati, die Geheimpolizei des Regimes, die 1980 zwecks Unterdrückung internen Oppositioneller gegründet worden war).
Sarwari war beteiligt an der versuchten Ermordung des Premierministers Hafizullah Amin, musste jedoch nach dem misslungenen Anschlag in die UdSSR fliehen. Nach der Invasion Afghanistans durch die Sowjets im Dezember 1979 kam Sarwari zurück und wurde Vizepräsident, Vizepremierminister und Transportminister in der von der UdSSR unterstützten Regierung Babrak Karmals. Im Januar 1980 wurde Sarwari auch Mitglied des Politbüros der PDPA.
Im Juni 1980 wurde jedoch Sarwaris politische Karriere aufgrund der Streitigkeiten in der PDPA gestoppt. Präsident Karmal (Parcham-Flügel) liess ihn seiner Posten entheben und als Botschafter in die Mongolei schicken.
Mehrere Tausend politische Gegner wurden in den 80er Jahren von den verschiedenen Abteilungen der kommunistischen Geheimpolizei gefoltert und ermordet. Sarwari hat angeblich selbst hochrangige politische Gegner gefoltert.
Sarwari ist Berichten zufolge seit 1992 in Haft, als Mudschaheddin-Truppen das kommunistische Regime in Kabul stürzten.
Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt.