Ein Vikar als Völkermörder - Frankfurter Allgemeine 16.08.2008 12. März 2008 Mancher wundert sich noch heute, wie hochgebildete Menschen einen Massenmord verüben konnten. Doch das ist nicht nur deutsche Vergangenheit und Stoff für Romane ...
Athanase Seromba wurde in der ruandischen Gemeinde Rutziro geboren. Während des Völkermordes war er katholischer Priester in der Pfarrei in Nyange, Kibuye Bezirk.
Athanase Seromba ist angeklagt, diverse Angriffe der Interahamwe-Miliz (radikale Hutus der MRND-Partei), der ruandischen Gendarmerie (Polizei) sowie der Gemeindepolizei gegen Tutsi Flüchtlinge in der Gemeinde Kiwuma geplant, organisiert und beaufsichtigt zu haben.
Insbesondere habe er aktiv bei den Massakern von rund 2'000 Zivilisten, welche in der Kirche von Nyange Schutz gesucht hatten, teilgenommen.
Athanase Seromba floh 1997 nach Italien. Er stellte sich am 6. Februar 2002 dem UNO-Kriegsverbrechergericht für Ruanda (ICTR).
Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt.