Sein Prozess begann am 19. Oktober 2005; am 5. November 2006 zum Tod durch Erhängen verurteilt; am 3. Dezember 2006 Berufung eingelegt; Todesurteil am 26. Dezember 2006 bestätigt; am 15. Januar 2007 hingerichtet
Awad Hamed al-Bandar war Vorsitzender des Revolutionsgerichtes des Iraks und ist heute 60 Jahre alt. Gemäss der Anklageschrift soll Awad Hamed al-Bandar Schauprozesse geführt haben, die häufig zu summarisch ausgesprochenen Todesurteilen führten. Al-Bandar sprach Todesurteile gegen zahlreiche Schiiten aus dem Dorf Dujail.
Die Ereignisse in Dujail begannen am 8. Juli 1982, als Saddam Hussein die schiitische Stadt besuchte, um sich mit Stammesführern zu treffen. Dujail war eine Hochburg der schiitischen Dawa-Partei, die aus Protest gegen den Krieg mit dem schiitischen Iran Terroranschläge im Irak verübte. Dawa wollte mit dem Attentat auf Saddam Hussein auch die Hinrichtung eines ihrer Parteigründer rächen. Als die Wagen Husseins in die Stadt rollten, eröffneten Dawa-Mitglieder das Feuer. Es kam zu einem vierstündigen Gefecht. Saddam Hussein wurde von Kampfhubschraubern und Soldaten gerettet. Er soll versichert haben, auf Vergeltung zu verzichten. Wenig später schlug aber der Geheimdienst zu: Obstplantagen der Stadt wurden zerstört und fast 150 Personen getötet. Die jüngsten Opfer waren 13 Jahre alt.
Die Ereignisse von Dujail stehen im Mittelpunkt des Verfahrens vor dem Sondertribunal.
Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt.