   |  |  |  | Clément Kayishema |  | | Kontext : | Ruanda  | | Urteilsort : | IStGR (Ruanda)  | | Status : | Verurteilt | | Statusbeschreibung : | Zu lebenslänglicher Haft verurteilt | | Funktion : | Präfekt | |
|  | |  | Clémens Kayishema, geboren 1954 in Bwishyura (Ruanda), wurde 1974 Gerichtsschreiber am Gericht des Kantons Kagnagare. Ein Jahr später erhielt er ein Stipendium, das ihm erlaubte, sich an der medizinischen Fakultät der nationalen Universität von Ruanda in Butare einzuschreiben. Nach Abschluss seines Studiums praktizierte er allgemeine Medizin und Chirurgie. 1984 entsandte ihn die ruandische Regierung nach Uganda, um dort in einem Flüchtlingslager als Arzt zu arbeiten. Nach seiner Rückkehr nach Ruanda amtete er von 1986 bis 1991 als Direktor des Spitals von Nyanza, bis er eine neue Stelle im Spital von Kibuye antrat.
Am 3. Juli 1992 wurde er zum Präfekten von Kibuye ernannt und begann kurz danach seine Amtszeit. Kurz nach dem Tod von Präsident Habyarimana wurde er im April 1994 durch die interimistische Regierung in seinem Amt bestätigt. Dieses übte er bis zu seiner Flucht Mitte Juli 1994 in die Demokratische Republik Kongo aus. In dieser Eigenschaft war er Vertreter der Exekutive auf Ebene der Präfektur. Während der Massaker von 1994 besass er de jure Einfluss und de facto Kontrolle über die Bürgermeister, die Polizisten und andere Ordnungshüter, die sich an den Massakern beteiligten.
Um den 14. April 1994 suchten Tausende von Tutsis Zuflucht in der Kirche von Mubuga, 20 Kilometer nördlich der Stadt Kibuye, um sich vor den Angriffen zu schützen, die in der gesamten Präfektur von Kibuye gewütet hatten. Kayishema und seine Untergebenen, unter denen lokale Verantwortliche, Polizisten, Mitglieder der örtlichen Polizei und Interahamwe (extremistische Hutu-Milizen) figurierten, waren am Tatort und beteiligten sich an den Angriffen gegen die Kirche von Muguba zwischen dem 14. und 16. April, die Tausende von Opfern verursachten.
Kayishema beteiligte sich an den Massakern gegen die Tutsis, die am 17. April 1994 auf das Grundstück der katholischen Kirche und in das Heim Saint-Jean von Kibuye geflüchtet waren. Er spielte eine wichtige Rolle, indem der von seinem Büro in der Präfektur aus die Angreifer anführte. Ausserdem gab er das Kommando zum Angriff, beteiligte sich daran und ermutigte die Männer unter seinem Kommando zu töten. Dazu benutzte er ein Megaphon und gab die Paroli von Kigali weiter, alle Tutsis zu töten. Kayishema hat auch die Brandstiftung der Kirche inszeniert und nach dem grossen Angriff einen gewissen Rutabana, der sich im Innern der Kirche befand, erstochen. Dieser Angriff, den Kayishema anführte, forderte Tausende von Toten und Verletzten.
Am 18. April 1984 hatten Tausende – hauptsächlich Tutsis – im Stadion der Stadt Kibuye Zuflucht gefunden. Am selben Tag ging Kayishema ins Stadion und befahl Mitgliedern der nationalen und lokalen Polizei und der Interahamwe, das Stadion anzugreifen. Er orchestrierte und befahl diesen Angriff, bei dem er als Erster auf die im Stadion versammelten Tutsis schoss und zwei davon traf. Bei dieser Attacke, die Kayishema inszeniert hatte, starben Tausende und es gab unzählige Verletzte.
Kayishema hatte eine bedeutende Rolle bei der systematischen Ausrottung der Tutsis inne, die in der Gegend von Bisesero, in der Präfektur von Kibuye, geflüchtet waren. Die Massaker in diesem Gebiet von Bisesero erstreckten sich über mehrere Monate, von April bis Juni 1994 und verursachten Zehntausende von Toten. Der Transport der Angreifer geschah in Bussen, die der Präfektur von Kibuye gehörten. Kayishema beteiligte sich persönlich an den Angriffen.
Am 13. und 14. April 1994 transportierte Kayishema die anderen Angreifer auf den Hügel von Muyira und bewog sie dazu, die Tutsis, die in dieser Gegend Zuflucht gefunden hatten, anzugreifen.
In der Grotte von Kigarama, im Gebiet von Bisesero, wohin sich mehrere Dutzend Tutsis flüchteten, spielte Kayishema eine ausschlaggebende Rolle im Angriff gegen die sich versteckenden Tutsis.
An mehrere Orte in der Gegend von Bisesero verbrachte Kayishema Mitglieder der nationalen und lokalen Polizeikräfte, ebenso Milizionäre der Interahamwe und bewaffnete Zivilisten und gab ihnen den Befehl, die dorthin geflüchteten Tutsis anzugreifen.
An all diesen Orten bestimmte Kayishema die auszuführende Angriffsstrategie und befand sich an der Spitze der Angreifer, die er dazu ermutigte, die Morde auszuführen.
Im Juli 1994 – angesichts des Vormarsches der Truppen des FPR (Patriotische Ruandische Front, einer aus hauptsächlich Tutsi-Flüchtlingen bestehenden Oppositionsbewegung, angeführt von Paul Kagame) – flüchtete Kayishema aus Ruanda in Richtung der Demokratischen Republik Kongo. Am 2. Mai 1996 wurde er in Sambia verhaftet. |  | mehr... |  | Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt. |  |  |  | | Letztes mal Gesehen : | | | Bamako (Mali) |  | | Zeitspanne der Fakten : | | | 04.1994 - 07.1994 |  | | Urteilperiode : | | | 11.04.1997 - 01.06.2001 |  | | Kategorien : | | | Genozid |  | | Letzte Änderung des Profils : | | | 27.11.2007 |
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