In Kroatien in Abwesenheit wegen Kriegsverbrechen zu 12 Jahren Haft verurteilt; Auslieferung nach Serbien im Januar 2008 von einem norwegischen Gericht gutgeheissen
Damir Sireta wurde am 19. Oktober 1963 in Vukovar, Kroatien geboren. Während des Krieges war er Mitglied der serbischen Milizarmee „territoriale Verteidigung“ (kroatisch: „Teritorijalna obrana“).
Sireta werden Kriegsverbrechen während des serbischen Angriffs auf die Stadt Vukovar vorgeworfen. Die Stadt wurde 1991 nach einer dreimonatigen Belagerung von der Jugoslawischen Volksarmee (JNA) eingenommen. Dabei sollen über 1‘000 Zivilisten getötet und über 22‘000 Personen, vorwiegend nicht-serbischen Ursprungs aus der Stadt vertrieben worden sein.
Die Anklage von Damir Sireta betrifft die Vorfaelle im Spital von Vukovar, wo zahlreiche Personen in dem Glauben Zuflucht suchten, dass sie unter der Präsenz der Internationalen Beobachter evakuiert würden. Am 20. November 1991 wurden 400 Personen von Soldaten der JNA aus dem Spital weggeführt. Sie sollen zu einer JNA-Kaserne gebracht worden sein, wo sie gedemütigt und bedroht wurden. Daraufhin seien sie zu einer Farm transportiert und dort von Soldaten geschlagen worden. Danach hätten die Soldaten die Gefangenen in Gruppen von 10 bis 20 Leuten in Richtung Grabovo gefahren, bis sie eine von Wald umgebene Schlucht erreichten. Dort sollen die Soldaten mindestens 264 Kroaten und andere nicht-Serben aus dem Spital von Vukovar getötet haben. Nach dem Massaker hätten die serbischen Streitkräfte die Leichen ihrer Opfer an Ort und Stelle begraben. Sireta soll an dieser Exekutierung beteiligt gewesen sein.
Damir Sireta lebte sein 1998 unbehelligt in Norwegen. Erst am 6. Oktober 2006 wurde er aufgrund eines internationalen Haftbefehls festgenommen.
Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt.