Djuradj Kusljic, ein bosnischer Serbe, wurde im Juni 1992 nach der Machtübernahme durch die Serben Leiter der Polizeistation in Vrbanjci, einer Gemeinde in Nord-Bosnien. Auch innerhalb der örtlichen militärischen Territorialverteidigung hatte er Führungspositionen inne.
Noch im Juni gingen die Serben gewaltsam gegen die muslimische Bevölkerung vor. Die Frauen und Kinder sollten vertrieben, die Männer liquidiert oder interniert werden.
Kusljic wußte, daß die Aktion der physischen Vernichtung eines Teils der bosnisch-muslimischen Bevölkerung und der Vertreibung der verbleibenden Menschen diente. Er überwachte das Geschehen im Bereich der Kommandantur. Gemeinsam mit weiteren Bewaffneten, denen er einen entsprechenden Befehl gab, erschoß der Angeklagte in der Nähe eines Sägewerks sechs Moslems. Im August 1992 überwachte Djuradj Kusljic die Vertreibung der Moslems aus dem Ort Dabovci durch die ihm unterstellten Kräfte.
Die direkte Beteiligung an der hiermit im Zusammenhang stehenden Ermordung von 18 Männern konnte ihm aber nicht nachgewiesen werden.
Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt.