   |  |  |  | Ferdinand Nahimana |  | | Kontext : | Ruanda  | | Urteilsort : | IStGR (Ruanda)  | | Status : | Verurteilt | | Statusbeschreibung : | Zu lebenslanger Haft verurteilt; Strafe durch die Berufungskammer am 28. November 2007 auf 30 Jahre reduziert; am 3. Dezember 2008 nach Mali ueberfuehrt | | Funktion : | Direktor des Ruandischen Informations-Büros, Direktor und Gründer von RTLM | |
|  | |  | Ferdinand Nahimana wurde am 15. Juli 1950 in der Gemeinde Gatonde (Bezirk Ruhengeri, Ruanda) geboren. Er ist verheiratet und Vater von vier Kindern.
Der Inhaber eines Doktortitels in Geschichte der Universität Paris VII war Mitglied des Wohlfahrtskomitees der nationalen Universität von Ruhengeri, Professor an der nationalen Universität von Butare sowie Direktor des ruandischen Informationsbüros (ORINFOR).
In Umsetzung der Friedensabkommen von Arusha vom 3. August 1993 wurde Nahimana zum Minister für höhere Bildung, Forschung und Kultur ernannt.
Ferdinand Nahimana, welcher der ideologischen Elite um den Präsidenten Habyarimana angehörte, war Mitbegründer der „Coalition pour la défense de la République“ (CDR; frei übersetzt: Koalition zur Verteidigung der Republik) – eine Hutupartei, welche sich offen zum Völkermord bekannte. Er war zudem Mitglied der sogenannten „Hutu Power“.
Zwischen 1979 und 1994 publizierte Nahimana mehrere Artikel, welche die Bevölkerung gegen die Tutsis und die gemässigten Hutus aufbringen sollten und welche die Überlegenheit der Hutus aus dem Norden herausstrichen.
Noch vor dem Völkermord wurde Nahimana wegen seinen hasserfüllten Schmähschriften vom nationalen ruandischen Radio entlassen. Hierauf beteiligte er sich als Mitglied des „Initiativkomitees“ an der Gründung des „Radio Télévision Libre des Milles Collines“, dessen faktischer Direktor er gemäss dem ICTY war. Ihm wird vorgeworfen, dass er durch dieses Radio zu einem der Ideologen des Völkermordes geworden sei und die Redaktion um sich geschart hätte, welche über RTLM unmittelbar zur Tötung von Tutsis und Hutus der Opposition aufgerufen habe. In der Zeit von ungefähr April 1993 bis Ende Juli 1994 habe Ferdinand Nahimana die RTLM-Sendungen geplant, geleitet und verteidigt. Gemäss der Anklage des ICTY hatte er sowohl Kenntnis von den Sendungen als auch von deren Auswirkungen auf die Bevölkerung.
Zwischen Januar und Juli 1994 hat Nahimana in Zusammenarbeit mit seinem Bruder im Bezirk Ruhengeri Treffen mit Mitgliedern des „Mouvement républicain national pour la démocratie et le développement“ (MRND, frei übersetzt: Nationale republikanische Bewegung für Demokratie und Entwicklung, Präsidentschaftspartei) und der Miliz Interahamwe organisiert. Ziel dieser Treffen sei die Beratung der Auslöschung der Tutsis und gemässigten Hutus gewesen.
Am 7. April 1994 wurde Nahimana von der französischen Botschaft empfangen, was ihm ermöglichte, am 12. April 1994 nach Bujumbura (Burundi) zu flüchten.
Während der „Opération turquoise“ kehrte er via Zaire in die „zone humanitaire sûre“ (frei übersetzt: humanitäre Sicherheitszone) in Ruanda zurück.
Nach einer langen Reise quer durch Afrika kam Nahimana schliesslich am 26. März 1996 in Kamerun an, wo er am 30. August 1994 angehalten wurde. |  | mehr... |  | Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt. |  |  |  | | Nationalität : | | | Rwanda |  | | Geburtsdatum : | | | 15.06.1950 |  | | Letztes mal Gesehen : | | | Mali |  | | Zeitspanne der Fakten : | | | 01.01.1994 - 31.07.1994 |  | | Urteilperiode : | | | 23.10.2000 - 08.12.2003 |  | | Kategorien : | | | Genozid Verbrechen gegen die Menschlichkeit |  | | Letzte Änderung des Profils : | | | 04.12.2008 |
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