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  Ferdinand Nahimana
 Acte d'accusation
 Appel à la conscience des Bahutu
Extrait du journal Kangura
 Hassan Ngeze Page
Site fait par Hassan Ngeze lui-même où il y explique sa version des faits
 Indictment
 Bibliography of the Rwandan Genocide
Wikipedia
 Le génocide rwandais: comment il a été préparé
Human Rights Watch, avril 2006
 The Rwandan Genocide - How It Was Prepared
Human Rights Watch, April 2006
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Hassan Ngeze

Kontext : Ruanda Suchen
Urteilsort : IStGR (Ruanda) Suchen
Status : Verurteilt
Statusbeschreibung : Zu lebenslanger Haft verurteilt; Strafe von der Berufungskammer am 28. November 2007 aur 35 Jahre verkuerzt
Funktion : Chefredakteur der Zeitschrift Kangura und Mitgruender der Radio-und Fernsehstation Mille Collines
FaktenVerfahren
Hassan Ngeze wurde 1957 in der Gemeinde von Rubavu, in dem Bezirk von Gisenyi, in Ruanda geboren.

Bis 1990 war Ngeze Korrespondent und Zwischenhändler für Kanguka (sinngemäss «Erwache!») in Gisenyi. Kanguka war eine satyrische Zeitung, die das Regime kritisierte, insbesondere das Militär.

Mit der Hilfe von Persönlichkeiten des sogenannten Akazu (wörtlich «das kleine Haus», welches sich auf die Umgebung des Präsidenten bezieht) gründete er 1990 die Zeitschrift Kangura (sinngemäss «Erwachet!»). Die erste Ausgabe wurde gänzlich von dem Geheimdienst des Präsidentenbüros finanziert. Die Entstehung dieser Publikation, deren Chefredakteur Ngeze war, war Teil einer grösseren Strategie Hassparolen auf breiter Basis von der Regierungsebene aus zu verbreiten. Die Zeitschrift Kangura publizierte Artikel und Zeichnungen, die dazu dienten die Gesellschaft zu spalten und Rassenhass zu forcieren. Weit mehr noch, es wurden sogar Listen mit Namen und Fotographien von sogenannten möglichen Komplizen der Feinde veröffentlicht. Mit der Kreierung wahrhaftiger «Hass-Medien» hofften die Regierungsbehörden ihre Botschaft des ethnischen Hasses und der rassischen Trennung unter die grosse Mehrheit der Bevölkerung zu bringen. Generell hatten die Medien einen enormen Einfluss auf den Völkermord in Ruanda indem sie die Menschen aufriefen und ermutigten zu töten.

Im Dezember 1990, veröffentlichte Kangura den ‘Appell an das Gewissen der Bahutus’, inklusive der ‘Zehn Gebote’, welches nicht nur ein eindeutiger Versuch war offene Verachtung und Hass gegenüber der Tutsi Minderheit zu zeigen, sondern auch um insbesondere Tutsi Frauen öffentlich zu verunglimpfen und zu deren Verfolgung zu verleiten.

In 1991 bereitete Hassan Ngeze (in spezieller Mitwirkung von Jean-Bosco Barayagwiza) die Morde an den Bagogwe (Tutsis des Nordens) in der Gemeinde von Mutura vor, welche ebenfalls in dem Bezirk von Gisenyi liegt. Er verteilte Waffen und Geld an die militanten Interahamwe and Impuzamugambi, welche die Massaker begingen. Während derselben Zeitspanne bereitete er auch Versammlungen vor, die des Öfteren von Jean-Bosco Barayagwiza geleitet wurden. Diese Versammlungen hatten den Zweck das Militär und die Zivilbevölkerung gegen Tutsis aufzuhetzen. Im Anschluss an solche Versammlungen wurden auch Tutsis angegriffen und getötet.

Nach der Gründung des ‘freien Radios und Fernsehens der tausend Hügel’ «Radio Télévision Libre des Mille Collines (RTLM)» in 1993, wurde Ngeze Miteigentümer und Korrespondent in Gisenyi. Zwischen Januar 1994 and Juli 1994, wurden spezifische Personen zu Feinden erklärt, die in dem Programm von RTLM namentlich genannt wurden. In seiner Position als Korrespondent in Gisenyi, fungierte Ngeze als Informant von RTLM und beschaffte dem Programm den Namen einer Person von Gisenyi, der dann auch 1994 im Radio ausgestrahlt wurde.

Zwischen 1990 und 1994, wurde Ngeze wegen seines grossen Einflusses als de facto Mitglied von President Habyarimana’s Kabinet gesehen. Zu seiner Verteidigung brachte Ngeze oft vor, dass er von eben dieser Regierung mehrmals zu eben jener Zeit ins Gefängnis gesperrt wurde. Es wurde auch tatsächlich festgestellt, dass er wegen Hochverrats zwischen Juli and Oktober 1990 inhaftiert wurde.

Die Zeitspanne die für die Jurisdiktion des ICTR relevant ist und daher besonderer Untersuchung bedarf, ist, wie es Artikel 1 des Statutes festlegt, der 1 Januar bis 31. Dezember 1994. Während dieser Zeit war Ngeze Chefredakteur der Zeitschrift Kangura. Er war ausserdem Gründer und einflussreiches Mitglied der Bewegung für die Verteidigung der Republik oder CDR, sowie ein Führer des militanten Armes der CDR, der Impuzamugambi, in Gisenyi. Davor war Hassan Ngeze ein Mitglied der nationalen Republikanischen Bewegung für Entwicklung (MRND), der Partei des Präsidenten.

Während Ngeze Chefredakteur der Zeitschrift Kangura war, hatte er grossen Einfluss und übte eine besondere Kontrolle über seine Angestellten aus. Er war auch ein wichtiges Mitglied der CDR, ein ehemaliges Mitglied der MRND und einer der Milizenführer in Gisenyi. Er übte ebenso eine gewisse Autorität auf die Milizen der Interahamwe (MRND) und der Impuzamugambi (CDR) aus.

Im April, Mai and Juni 1994, wurde Ngeze von RTLM und Radio Ruanda interviewt, im Zuge dessen er zur Auslöschung der Tutsis und der oppositionellen Hutus aufgerufen hatte. Er verteidigte ebenfalls die extreme rassistische und Hutu bezogene Ideologie der CDR.

Von Juni 1993 bis zu seiner Flucht verteilte er Waffen an unzählige Flüchtlinge in der Präfektur von Gisenyi, die von den Bewaffneten Kräften Ruanda’s (FAR oder Forces Armées Rwandaises) vertrieben worden waren. Während derselben Zeit verteilte Ngeze auch Listen mit Namen der zu tötenden Tutsis und moderaten Hutus. Ngeze wusste, dass diejenigen, deren Namen auf solchen Listen aufschienen, getötet werden würden.

Während des Jahres 1994, wurden solche Listen auch in Kangura veröffentlicht. Solche Namenslisten wurden auch von Soldaten und Milizen zur Begehung von Massakern, die zwischen dem 7. April und Ende Juli 1994 begangen wurden, benutzt.

In seiner Funktion als ein Führer der Interahamwe, nahm Ngeze, ab April 1994, an unzähligen Tötungen in der Präfektur von Gisenyi teil. Es gab dort solch Unmengen an Massakern, dass die Gegend auch als “rote Gemeinde” bekannt ist. Dieser erschreckende Bekanntheitsgrad verleitete Ngeze dazu, die Interahamwe für ihre „gute Arbeit“ zu loben als er die Massengräber beaufsichtigte.

In seiner Eigenschaft als Führer der Interahamwe spornte Hassan Ngeze die Milizen an, zwischen April und Juli 1994, Vergewaltigungen und Sexuelle Gewaltverbrechen in der Präfektur von Gisenyi zu begehen.

Angestiftet von CDR Mitgliedern, zu denen auch Hassan Ngeze gehörte, spürten Gruppen von Milizen mehrere Mitglieder der Tutsi-Volksgruppe so wie moderate Hutus in Gisenyi auf, die sie dann entführten und ermordeten. Darüberhinaus wurden viele Tutsi-Häuser geplündert, zerstört oder angezunden. Obwohl Hassan Ngeze über solche Vorfälle informiert war oder zumindest von ihrer Existenz hätte wissen müssen, unternahm er nichts um solche Übergriffe zu unterbinden.

Am 10. April, erschoss Ngeze ein junges Tutsi Mädchen. Während sie im Sterben lag, wurde das Mädchen von Mitgliedern der Interahamwe, die Ngeze begleiteten, gesteinigt.

Ngeze floh aufgrund der sich annähernden Truppen der FPR aus Ruanda. Er wurde am 18. Juli 1997 in Kenia verhaftet.
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Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt.
 Nationalität :
 Rwanda
 Geburtsdatum :
 25.12.1957
  Letztes mal Gesehen :
  Arusha (Tansania)
  Zeitspanne der Fakten :
 01.01.1994 - 31.12.1994
  Urteilperiode :
  23.10.2000 - 08.12.2003
  Kategorien :
  Genozid
Verbrechen gegen die Menschlichkeit
  Letzte Änderung des Profils :
  23.01.2008
 
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