  |  |  |  | Jean de Dieu Kamuhanda |  | | Kontext : | Ruanda  | | Urteilsort : | IStGR (Ruanda)  | | Status : | Verurteilt | | Statusbeschreibung : | Vom ICTR zu lebenslänglicher Haft verturteilt | | Funktion : | Minister für Höhere Bildung, Wissenschaftliche Forschung und Kultur | |
|  | |  | Jean de Dieu Kamuhanda wurde am 3. März 1953 in Gikomero, Präfektur von Kigali-Landschaft in Ruanda, geboren. Am 25. Mai 1994 wurde er als Nachfolger von Dr. Daniel Nbangura Minister für Höhere Bildung, Wissenschaftliche Forschung und Kultur der interimistischen Regierung. Diesen Ministerposten hatte er bis Mitte Juli 1994 inne.
Kamuhanda spielte eine massgebende Rolle im ersten systematischen Ausrottungsplan der Tutsis, die 1994 in die Kirchgemeinde und die Schule von Gikomero, Präfektur Kigali-Landschaft, geflüchtet waren.
Zwischen dem 6. und 10. April 1994, während einer Versammlung bei einem seiner Vettern in Gikomero, habe sich Kamuhanda an die anwesenden Personen gewandt und sie daran erinnert, dass die Massaker gegen die Tutsis in der dortigen Gemeinde noch nicht begonnen hätten. Er habe sie dazu bewegt, die Massaker zu begehen und präzisiert, dass er Waffen brächte, damit die anwesenden Personen mit den Massakern beginnen könnten. Am Ende dieser Versammlung habe er persönlich Feuerwaffen, Granaten und Macheten verteilt und den Anwesenden mitgeteilt, diese Waffen an weitere Personen abzugeben. Er habe anschliessend betont, dass er später vorbeikommen würde, um anzusehen, ob die Massaker schon begonnen hätten.
Nach Beginn der Massaker gegen die Tutsis im April 1994 in Ruanda suchten viele zivile Tutsis aus Kigali-Landschaft Zuflucht in der Kirchgemeinde von Gikomero und der nebenan liegenden Schule. Am 12. April 1994 ordnete Kamuhanda den Angriff gegen die sich dort aufhaltenden Tussis an: er führte die bewaffneten Männer zur Kirche; er sei anfangs Nachmittag dort in Begleitung der Interahamwe (extremistische Hutu-Milizen), Polizisten, Soldaten und Zivilisten, die alle unter seiner Befehlsgewalt standen, angekommen. Er habe sie dazu aufgefordert, mit den Tötungen zu beginnen. Nachdem diese begonnen hatten, habe Kamuhanda den Ort verlassen. Unzählige Tutsis starben während dieses Angriffes.
Angesichts des Vormarsches der Truppen des FPR(Patriotische Ruandische Front, einer aus hauptsächlich Tutsi-Flüchtlingen bestehenden Oppositionsbewegung, angeführt von Paul Kagame) – flüchtete Kamuhanda aus Ruanda. Am 26. November 1999 wurde er in einem Heim in der französischen Stadt Bourges verhaftet. |  | mehr... |  | Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt. |  |  |  | | Nationalität : | | | Rwanda |  | | Geburtsdatum : | | | 03.03.1953 |  | | Letztes mal Gesehen : | | | Arusha (Tanzanien) |  | | Zeitspanne der Fakten : | | | 06.04.1994 - 12.04.1994 |  | | Urteilperiode : | | | 17.04.2001 - 22.01.2004 |  | | Kategorien : | | | Genozid Verbrechen gegen die Menschlichkeit |  | | Letzte Änderung des Profils : | | | 04.08.2007 |
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