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 Teilergebnisse deuten Sieg Kabilas an - Der Tagesspiegel Online
20.09.2008
Erste Teilergebnisse nach der Wahl im Kongo deuten auf einen klaren Sieg von Präsident Joseph Kabila hin. Die Zahlen stammen aus sieben der 62 Bezirke, in denen ausgezählt wird ...
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Jean-Pierre Bemba Gombo

Kontext : Zentralafrikanische Republik Suchen
Urteilsort : IStGH Suchen
Status : Angeklagt
Statusbeschreibung : Am 24. Mai 2008 in Belgien infolge eines Haftbefehls des internationalen Strafgerichtshofs vom 23. Mai 2008 festgenommen; neuer Haftbefehl am 10 Juni 2008 erlassen; am 2. Juli 2008 an den IStGH ueberstellt
Funktion : Befehlshaber des „Mouvement de Libération du Congo“ (MLC)
FaktenVerfahrenSchwerpunktKontext
Jean-Pierre Bemba Gombo wurde am 4. November 1962 in Bokada, in der Provinz Équateur der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) geboren. Er ist der Sohn eines dem früheren Präsidenten Mobutu Sese Seko nahestehenden Millionärs und gehört vermutlich zu der Ethnie der Ngwaka. Bemba ist Vater von fünf Kindern und einer der reichsten Männer der DR Kongo.

Nach dem Besuch des Gymnasiums in Boboto, Kinshasa studierte Jean-Pierre Bemba in Belgien und erhielt das Diplom in Wirtschaftswissenschaften des „Institut catholique des hautes études commerciales“ (ICHEC) in Brüssel. Nach seinem Studium kehrte er in die DR Kongo zurück und übernahm die Führung der Familiengeschäfte. In den 1990er Jahren war er an der Gründung mehrerer Unternehmen, vor allem aus der Telekommunikations-, Medien- und Luftfahrtbranche, beteiligt.

Nach dem Sturz Joseph-Désiré Mobutus und der Machtübernahme von Laurent-Désiré Kabila im Jahr 1997 ging Jean-Pierre Bemba ins Exil.

1998 gründete er die Bewegung fuer die Befreiung des Kongos („Mouvement de Libération du Congo“ (MLC)) sowie dessen militärische Abteilung „Armée de libération du Congo“ (ALC).

Die MLC, welche zwischen 1998 und 2003 auch am Bürgerkrieg der DR Kongo beteiligt war, nahm zwischen Oktober 2002 und März 2003 an den bewaffneten Auseinandersetzungen in der Zentralafrikanischen Republik teil, in welchen sich die Regierungstruppen des damaligen Präsidenten Ange-Félix Patassé und die Rebellengruppen um François Bozizé, dem spaeteren Präsidenten der Zentralafrikanischen Republik gegenueberstanden. Die Kämpfer der MLC, welche grösstenteils aus den aus Ruanda stammenden Kongolesen („Banyamulenge“), bestanden, sollen den Regierungstruppen als Verstärkung gedient haben. Zudem sollen noch weitere ausländische Streitkräfte an den Kämpfen teilgenommen haben, insbesondere Söldner aus dem Tschad.

Berichten zufolge sollen die Streitkräfte der MLC in diesem Zeitraum unzählige Verbrechen verübt haben: Vergewaltigungen, Folterungen, Verletzungen der menschlichen Würde durch unmenschliche und erniedrigende Behandlungen und durch Plünderungen, insbesondere in den Städten Mongoumba und Bossangoa und in einer Örtlichkeit namens PK12. Die Angriffe sollen sich gegen die Zivilbevölkerung gerichtet haben und in einer ausgedehnten und systematischen Weise erfolgt sein.

Jean-Pierre Bemba war zu dieser Zeit Präsident und Befehlshaber der MLC und traf in dieser Funktion die politischen und militärischen Entscheidungen der MLC. Er soll von den Ausschreitungen durch seine Truppen Kenntnis gehabt haben. Es wird behauptet, dass die militärische Hilfe Bembas an Patassé Teil eines gemeinsamen Planes gewesen sei, bei welchem Patassé Bemba im Gegenzug strategische Unterstützung gewaehrt habe, wodurch verhindert worden sei, dass sich die Zentralafrikanische Republik mit den Regierungsgruppen der DR Kongo verbündeten.

Die MLC-Miliz verliess im März 2003 die Zentralafrikanische Republik.

Gegen Ende des Bürgerkriegs in der DR Kongo wurde Jean-Pierre Bemba im März 2003 als Vertreter des MLC in die Übergangsregierung gewählt. Vom 17. Juli 2003 bis im Jahr 2006 war er einer der vier Vizepräsidenten.

Im Oktober 2006 kandidierte Bemba bei den Präsidentschaftswahlen. Im ersten Wahlgang landete er mit 20% der Stimmen an zweiter Stelle hinter Joseph Kabila. Im zweiten Wahlgang verlor er erneut gegen Kabila mit 42% der Stimmen. Nach seiner Wahlniederlage legte Jean-Pierre Bemba beim obersten Gerichtshof Beschwerde ein, welche jedoch abgewiesen wurde.

Am 19. Januar 2007 wurde Jean-Pierre Bemba zum Senator gewählt. Es stellte sich in dieser Funktion offen gegen die Regierung von Kabila. So weigerte er sich, die Mitglieder seiner persönlichen Garde in die nationale Armee zu integrieren.

Am 11. April 2007, nach mehrwöchigen gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen seinen Verbündeten und den Regierungstruppen, verliess Jean-Pierre Bemba die DR Kongo und liess sich unter Schutz der UN-Truppen, offiziell aus gesundheitlichen Gründen, nach Portugal eskortieren.

Die DR Kongo erliess im Juni 2007 einen Haftbefehl gegen Bemba wegen Hochverrats.

Jean-Pierre Bemba wurde am 24. Mai 2008 in Brüssel/Belgien verhaftet, nachdem der internationale Strafgerichtshof am Vortag den bis anhin unter Verschluss gehaltenen Haftbefehl ausstellte.
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Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt.
 Nationalität :
 Congo, the democratic republic of the
 Geburtsdatum :
 04.11.1962
  Letztes mal Gesehen :
  Bruessel, Belgien
  Zeitspanne der Fakten :
 25.10.2002 - 15.03.2003
  Kategorien :
  Kriegsverbrechen
Verbrechen gegen die Menschlichkeit
  Letzte Änderung des Profils :
  03.07.2008
 
The Trial Proceedings of the International Criminal Court
Karin N. Calvo-Goller
icl

 

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