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Das Recht im Dienst der Opfer schwerster Verbrechen
 Vom Feind umarmt - Neues Deutschland
16.03.2010
Kampagnen sind von einem fulminanten Anfang geprägt, tragen einige Zeit und kommen unweigerlich an einen Endpunkt. Irgendwann lautet die Frage nicht mehr »Wie weiter?«, sondern ...
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Josef Scheungraber

Kontext : Nazi-Deutschland Suchen
Urteilsort : Deutschland Suchen
Status : Verurteilt
Statusbeschreibung : Am 28. September 2006 von einem italienischen Gericht in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt, am 11. August 2009 durch ein Strafgericht in Muenchen zu lebenslanger Haft verurteilt
Funktion : Kompanieführer eines Gebirgspionier-Bataillons der Wehrmacht
FaktenVerfahrenKontext
Josef Scheungraber wurde 1918 in Deutschland geboren. Er hat Schreiner als Beruf gelernt.

1937 hatte sich Scheungraber freiwillig zu den Gebirgsjägern in Mittenwald gemeldet und kämpfte im Zweiten Weltkrieg in Polen, Frankreich und Russland. Nach der Genesung einer schweren Kriegsverletzung ging er auf eigenen Wunsch als Kompanieführer des Gebirgspionier-Bataillons 818 nach Italien, dessen Aufgabe es war, entweder zerstörte Brücken aufzubauen um den deutschen Rückzug zu sichern, oder Brücken sprengte und Sperren errichtete um den Feinden den Weg zu versperren.

Nach einem italienischen Partisanenangriff bei dem zwei Pioniere des Bataillons ums Leben gekommen sein sollen, soll der Kompanieführer Scheungraber gemeinsam mit dem Kommandeur des Bataillon, den Befehl zu einem Vergeltungsanschlag gegeben haben.

Laut Anklage soll Scheungraber seinen Männer befohlen haben, die Gegend zu durchsuchen und angetroffene Personen festzunehmen. Wer sich der Festnahme entziehen wollte, sollte sofort erschossen werden. Die festgenommenen Personen hingegen sollten an einen zentralen Ort gebracht werden um dort getötet zu werden.

Laut Anklage soll Scheungraber seinen Männer befohlen haben, die Gegend zu durchsuchen und verdächtige Personen, die möglicherweise was mit dem Partisanenangriff zu tun haben, festzunehmen, so dass sie getötet werden können und alle Personen, die sich der Festnahme zu entziehen versuchen, sofort zu erschießen.

Dieser Vergeltungsanschlag soll am 27. Juni 1944, im italienischen Dorf Falzano di Cortona, zwischen Arezzo und Perugia, in der Toskana, ausgeführt worden sein. Drei Männer und eine 74-jährige Frau sollen erschossen worden sein, weil sie den deutschen Soldaten zufällig über den Weg liefen. Anschließend sollen weitere elf Männer zusammengetrieben worden sein. Sie wurden angeblich befragt um festzustellen, ob sie Partisanen seien und vor ihren Augen wurden Teile des Dorfes in die Luft gesprengt. Diese Männer, trotzdem sie wohl bestritten zu den Partisanen zu gehören, wurden sodann in ein Bauernhaus eingesperrt, das danach mit Dynamit in die Luft gejagt worden sein soll. Da nach der Sprengung noch Schreie zu hören gewesen sein sollen, schossen die deutschen Wehrmachtsangehörigen angeblich mit Maschinengewehren auf die Trümmer des Hauses bis keine Geräusche mehr zu hören waren. Zehn Personen von diesen eingesperrten Männern zwischen 15 und 74 Jahren sollen gestorben sein und nur ein 15-jähriger Junge soll überlebt haben.

Der 90-jährige Scheungraber, der seit dem Kriegsende in Ottobrunn bei München in Deutschland wohnt, hat dort ein Möbelgeschäft geführt und im Stadtrat gesessen.

Er wurde als verhandlungsfähig eingestuft und er wurde wegen 14-fachen Mordes und einem versuchten Mord angeklagt.
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Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt.
  Letztes mal Gesehen :
  Muenchen, Deutschland
  Zeitspanne der Fakten :
 27.06.1944 - 27.06.1944
  Urteilperiode :
  15.09.2008 - 11.08.2009
  Kategorien :
  Kriegsverbrechen
  Letzte Änderung des Profils :
  11.08.2009
 
icl

 

 

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