   |  |  |  | Juan Manuel Guillermo Contreras Sepulveda |  | | Kontext : | Chile  | | Urteilsort : | Chile  | | Status : | Verurteilt | | Statusbeschreibung : | In mehreren chilenischen Prozessen rechtskräftig verurteilt, zuletzt am 30. Juni 2008; kumulative doppelten lebenslangen Haftstrafe; Prozess in Abwesenheit soll im Mai 2008 in Frankreich beginnen | | Funktion : | General, Chef der Geheimpolizei unter Pinochet | |
|  | |  | Nach dem Sturz der demokratischen Regierung von Salvatore Allende am 11. September 1973 durch die Militaerjunta von Pinochet (siehe "Verbindungen"), wurde General Manuel Contreras 1974 zum Chef des chilenischen Geheimdienstes (DINA) ernannt. Am 15. Juni 1974 hatte die Militärjunta diesen Geheimdienst ins Leben gerufen mit dem Ziel, die oppositionellen Kräfte im Land zu bekämpfen.
Contreras war bis 1978 Chef des Geheimdienstes. In dieser Zeit wurden auch die meisten Verbrechen während der Militärdiktatur von Pinochet begangen. Als Chef des DINA war Contreras für die Gefangenenlager verantwortlich und organisierte die Zerschlagung und die Unterdrückung der linken Netzwerke durch Folter, Entführung, Verschleppung und Hinrichtungen.
Mehr als 1'000 Menschen sind so verschwunden. DINA ist einer der Hauptschuldigen für die ganzen Verbrechen, die während der Militärdiktatur begangen worden sind.
Dem Bericht der Kommission für Gefangenschaft und Folter, der am 11. November dem amtierenden Präsidenten Lagos vorgelegt wurde, ist zu entnehmen, dass systematisch gefoltert wurde. Als Chef der DINA ist der Name Manuel Contreras in den zahlreichen Untersuchungen, die verschiedene chilenischen Richtern wegen des Vorwurfs der Verletzung von Menschenrechten geführt hatten, oft zu lesen. Da die Gerichte aber lange Zeit das Amnestiegesetz vom 18. April 1978 anwendeten, wonach alle Verbrechen, die zwischen dem 11. September 1973 und dem 10. März 1978 begangen wurden, straflos blieben, liefen die Untersuchungen zunächst ins Leere.
Der DINA und sein Chef, Manuel Contreras, sind auch für diverse Verbrechen verantwortlich die im Ausland im Rahmen der Operation „Condor“ begangen wurden. „Condor“ war ein Abkommen mehrer lateinamerikanischer Militärdiktaturen zur gegenseitigen Unterstützung bei der Bekämpfung der demokratischen Opposition. Ihr erste Ziel war die Junta de Coordinación Revolucionaria (JCR) gewesen – ein im August 1973 gebildeter revolutionärer Zusammenschluss der extrem Linken aus den vier südamerikanischen Ländern Argentinien (EPR), Chile (MIR), Uruguay (Tupamaros), Bolivien (ELN). Die Mission „Condor“ hatte auch mehrere im Exil lebende ehemalige Mitglieder der Allende-Regierung wie Orlando Letelier (Ex-Außenminister), Carlos Prats (Ex-Militärchef/Oberbefehlshaber), dessen Nachfolger später Pinochet wurde, und Bernardo Leighton (Ex-Vizepräsident) angegriffen.
Es wird vermutet, dass die Operation „Condor“ 79 Opfer forderte, insbesondere in den Jahren 1976/77; die Operation dauerte aber noch bis ins Jahr 1987 an. Hierfür waren vor allem die argentinische und chilenische Regierung verantwortlich. |  | mehr... |  | Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt. |  |  |  | | Nationalität : | | | Chile |  | | Geburtsdatum : | | | 04.05.1929 |  | | Letztes mal Gesehen : | | | Santiago de Chile, Chile |  | | Zeitspanne der Fakten : | | | 11.09.1973 |  | | Kategorien : | | | Andere Folter Kriegsverbrechen Verschwindenlassen |  | | Letzte Änderung des Profils : | | | 03.07.2008 |
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