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Juvenal Kajelijeli

Kontext : Ruanda Suchen
Urteilsort : IStGR (Ruanda) Suchen
Status : Verurteilt
Statusbeschreibung : Strafe von der Berufungskammer des ICTR auf 45 Jahre Gefängnis reduziert; am 27. Juni 2009 nach Benin ueberfuehrt
Funktion : Bürgermeister von Mukingo
FaktenVerfahren
Juvénal Kajelijeli wurde am 26. Dezember 1951 in Rwinzovu, Bezirk Ruhengeri, in Ruanda geboren. Von 1988 bis 1993 war er Bürgermeister der Gemeinde Mukingo und übernahm 1994 erneut diese Funktion, welche er dann bis Mitte Juli 1994 innehatte. Als Bürgermeister repräsentierte er die Exekutive auf Gemeindeebene und seine Autorität erstreckte sich über seine Untergeordneten und er konnte die Gemeindepolizei je nach Bedarf abfordern. Jedoch sogar zu Zeiten, in denen er nicht Bürgermeister de jure war, bestand ein Subordinationsverhältnis zwischen Kajelijeli und den Interahamwe (Milizen der Hutu Extremisten) der Gemeinde Mukingo und Nkuli.

Von 1991 bis Juli 1994 soll er einer der Führer gewesen sein und eine gewisse Kontrolle über die Interahamwe der Gemeinde Mukingo ausgeübt haben. Von 1992 an, habe er zudem aktiv an ihrem Training und ihrer Ausbildung teilgenommen. Ab 1993 bekam die Gruppe zudem unter seiner Weisung Uniformen, und ab dem 7. April 1994 besorgte er Waffen, die zur Begehung von Massakern dienen sollten. Zudem übte er von Januar bis Juli 1994 grossen Einfluss auf die Interahamwe der Gemeinde Nkuli aus.

Nach dem Tod des Präsidenten Habyarimana nahm Kajalijeli am Abend des 6. April 1994 an einer Zusammenkunft in der Kantine in der Nähe des Gemeindebüros von Nkuli den Vorsitz ein, während der er eine Rede hielt, um das ausschliesslich aus Hutus bestehende Publikum dazu zu bewegen, die Tutsis auszurotten. Er versprach ihnen, Waffen für den für den nächsten Tag geplanten Angriff zu besorgen.

Am Morgen des 7. April 1994 versammelte er die Iterahamwe auf dem Markt von Byangabo und befahl ihnen, die Tutsis zu töten und auszurotten. Er wiegelte öffentlich die Masse dazu auf, Völkermord gegen die Tutsi Bevölkerung zu begehen. Er selber nahm auch an diesen Angriffen teil, und fuhr namentlich die Interahamwe und die Armee zwischen dem Lager Mukamira und den Ortschaften, an denen die Massaker begangen wurden, hin und her.

Vom 7. April 1994 an befahl, organisierte und überwachte er diverse Angriffe und Massaker gegen die Bevölkerung der Tutsis in den Gemeinden Mukingo, Nkuli und Kigombe, die in ihren Wohnungen und in den Ortschaften, in denen sie sich geflüchtet haben, begangen wurden. Er selber nahm an diesen Angriffen teil. Zudem stand eine grosse Anzahl der Täter (Interahamwe der Gemeinden Mukingo und Nkuli) unter Kajelijelis effektiver Kontrolle und Autorität; jedoch unternahm er nichts, um diesen Handlungen zu verhindern oder ihnen ein Ende zu setzen.

Gemäss eines Berichts, veröffentlich 1993 durch die FIDH und Human Rights Watch, habe Kajelijeli anfangs 1992 auch Massaker gegen die Bagogwe Bevölkerung initiiert (eine Gruppe von Schafzüchtern im Nordwesten Ruandas, den Tutsis angehörig).

Angesichts des Vormarsches der FPR Truppen (Front patriotique rwandais, Oppositionsbewegung, die sich vor allem aus geflüchteten Tutsis zusammensetzte und von Paul Kagame geführt wurde) flüchtete Kajelije Mitte Juli 1994 aus Ruanda Richtung der demokratischen Republik Kongo. Am 5. Juni 1998 wurde er in Bénin festgenommen.
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Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt.
 Nationalität :
 Rwanda
 Geburtsdatum :
 26.12.1951
  Letztes mal Gesehen :
  Benin
  Zeitspanne der Fakten :
 06.04.1994 - 07.1994
  Urteilperiode :
  13.03.2001 - 05.2005
  Kategorien :
  Genozid
Verbrechen gegen die Menschlichkeit
  Letzte Änderung des Profils :
  02.02.2010
 
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