Durch den Staatsgerichtshof von Bosnien-Herzegowina zu 26 Jahren Gefängnis verurteilt wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit; Urteil am 25. Mai 2007 durch die Beschwerdekammer aufgehoben; ein neuer Prozess fand vom 13. Mai bis 22. Oktober 2008 statt
Funktion :
Kommandant einer Abteilung des Sanica Battalions der serbischen Armee Bosniens
Marko Samardzija wurde am 1. Dezember 1936 in der Gemeinde Kljuc geboren. Er wohnte in Prijedor, im Nordosten von Bosnien-Herzegowina in der serbischen Republik Bosnien. Er ist serbischer Staatsbürger von Bosnien-Herzegowina, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Marko Samardzija war vor seiner Pensionierung Lehrer von Beruf ohne Vorstrafen.
Marko Samardzija wurde schuldig gefunden, am 10. Juli 1992 in seiner Funktion als Kommandant der dritten Einheit des Sanica Battalions der serbischen Armee Bosniens einen systematischen Angriff gegen die muslimische Zivilbevölkerung in der Region Kljuc befohlen zu haben. Mindestens 144 Personen kamen bei diesem Massaker ums Leben.
Die Blockade und ethnische Säuberung der Region war zuerst vom Oberstleutnant der Infanterie Brigade Drago Samardzija befohlen worden.
Unter dem Kommando von Marko Samardzija, zwangen die Männer der Einheit die bosnischen Bewohner der Dörfer Brkici und Balagica Brdo, ihre Häuser zu verlassen und sich in die Ebene von Jezerine zu begeben. Dort angekommen, wurden Männer zwischen 18 und 60 Jahren vom Rest der Gruppe getrennt. Sie wurden nach Biljani überführt, wo ein Teil von ihnen in der Primarschule oder im Dom Kultur Gebäude festgehalten wurde. Mit Hilfe der serbischen Polizei erschossen die Soldaten die Männer in Gruppen von 5 bis 10 Personen.
Unter Aufsicht des Militärs wurden die muslimischen Männer aus anderen Dörfern gegen ihren Willen neben der Schule festgehalten. Sie wurden geschlagen und anschliessend an einen anderen Ort geführt wo die meisten von ihnen umgebracht wurden.
Samardzija und seine Männer luden die Leichen der Opfer in einen Lastwagen um sie anschliessend in ein Massengrab zu werfen. Drei Leichen wurden in individuellen Gräbern begraben.
Marko Samardzija wurde im März 2005 in Untersuchungshaft genommen.
Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt.