  |  |  |  | Michel Bagaragaza |  | | Kontext : | Ruanda  | | Urteilsort : | IStGR (Ruanda)  | | Status : | Angeklagt | | Statusbeschreibung : | Gesuch auf Überweisung des Prozesses an die norwegische Gerichtsbarkeit im Dezember 2006 abgelehnt; neues Gesuch um Überweisung an die Niederlande am 13. April 2007 von der ICTR-Erstinstanz-Kammer beschlossen; Entscheidung am 17. August 2007 vom ICTR widerrufen, neuer Haftbefehl erlassen; wurde am 20. Mai 2008 zurueck nach Arusha transferiert; hat am 24. Juni 2008 eine geheime Schuldikeitserklaerung unterzeichnet | | Funktion : | Generaldirektor von OCIR-Tee, einem Aufsichtsorgan für die Teeindustrie in Ruanda | |
|  | |  | Michel Bagaragaza wurde im Jahre 1945 in der Gemeinde Giciye des Bezirks Gisenyi in Ruanda geboren. Er war Generaldirekter von OCIR-Tee, einem Aufsichtsorgan für die Teeindustrie in Ruanda. Er hatte dieses Amt bis Juli 1994 inne. Zusätzlich war er Mitglied des lokalen Gremiums der MRND, (Mouvement républicain national pour la démocratie et le développement), der ehemaligen Präsidenschaftspartei, für den Bezirk Gisenyi.
Vor dem Völkermord soll Bagaragaza bei Sammelaktionen von Geldern beteiligt gewesen sein, deren Ziel es war, fähige Truppen aufzustellen, um die Tutsis zu beseitigen. Auch soll er mit anderen Führern der damaligen Präsidentschaftspartei vereinbart haben, Tutsis umzubringen oder ihre körperliche und psychische Integrität anzugreifen.
Bagaragaza soll zwischen dem 1. Januar und dem 17. Juli 1994 mit Angestellten der Teefabrik, die in seiner Verantwortung stand, und anderen Personen ein Komplott geschmiedet haben, um die Tutsis im Bezirk Gisenyi zu töten.
Im Jahre 1994 soll Bagaragaza seinen Untergebenen befohlen haben, hunderte von tutsischen Zivilisten, die sich auf den Hügel von Kesho in der Nähe einer in Rubaya gelegenen Teefabrik und in die Kathedrale von Nyundo im Bezirk Gisenyi geflüchtet hatten, umzubringen. Personen, die ihm nicht unterstellt waren, soll er zu dieser Schreckenstat angestiftet und ermuntert haben. Er soll ihnen ferner befohlen haben, Benzin für die Fahrzeuge der Interahamwe (extremistische Hutu-Milizen) sowie in der Fabrik gelagerte Waffen und Munition zu beschaffen. Er soll seinen Untergebenen auch befohlen haben, die Interahamwe bei der Tötung von hunderten von Tutsis zu unterstützen.
Bagaragaza soll zur Gründung, Finanzierung, Ausbildung und Bewaffnung der Interahamwe beigetragen haben, damit diese Angriffe gegen tutsische Zivilisten lancieren konnte. Die Anklagebehörde macht geltend, dass Bagaragaza zudem ehrenamtlicher Präsident einer lokalen Einheit der Interahamwe gewesen sei.
Angesichts des Vormarsches der Truppen des FPR (Patriotische Ruandische Front, einer aus hauptsächlich Tutsi-Flüchtlingen bestehenden Oppositionsbewegung, angeführt von Paul Kagame) im Juli 1994 flüchtete Bagaragaza aus Ruanda in Richtung Kenya.
Im Rahmen eines „gütlichen Übereinkommens“, das die Staatsanwaltschaft nicht näher erläutern wollte, hat er sich am 16. August 2005 freiwillig dem internationalen Strafgerichtshof für Ruanda in Arusha, Tansania, gestellt. |  | mehr... |  | Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt. |  |  |  | | Letztes mal Gesehen : | | | Arusha, Tansania |  | | Zeitspanne der Fakten : | | | 01.01.1994 - 17.07.1994 |  | | Kategorien : | | | Genozid |  | | Letzte Änderung des Profils : | | | 03.07.2008 |
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