   |  |  |  | Philippe Biamby |  | | Kontext : | Haiti  | | Urteilsort : | Haiti  | | Status : | Verurteilt | | Statusbeschreibung : | Verurteilt in absentia zu lebenslanger Zwangsarbeit wegen Mordes | | Funktion : | General | |
|  | |  | General Philippe Biamby wurde am 21. September 1952 geboren. Vom Oktober 1991 bis Oktober 1994 wurde Haiti von Raoul Cédras (siehe Fälle unter “Verbindungen) regiert, der ein verfassungswidriges und grausames Regime führte. Während dieser Zeit war Biamby Mitglied des Oberkommandos der militärischen Streitkräfte Haitis (Forces Armées d’Haiti: FADH). Er war Stellvertreter Raoul Cédras’ und hielt das Amt des Personalchefs der haitischen Armee inne.
Seit Beginn der Militärdiktatur benutzten militärische Streitkräfte Zivilattachés oder paramilitärische Kräfte, um ihre Einschüchterungs- und Unterdrückungskampagne gegen die haitische Bevölkerung zu fördern. Die Militärdiktatur dauerte drei Jahre und war gekennzeichnet von weit verbreiteten, vom Staat geförderten Menschenrechtsverletzungen, die von der haitischen Armee und der paramilitärischen Organisation FRAPH (Front Révolutionnaire Armé pour le Progrès d’Haiti) in Haiti begangen wurden. Die vom Militär und der Organisation FRAPH angewandten Methoden umfassten aussergerichtliche Tötungen, zwangsweises Verschwindenlassen von Personen, willkürliche Festnahme und willkürlicher Arrest, Vergewaltigung und andere Folter und Gewalt gegen Frauen. Mehrere tausend Menschen wurden während der Militärherrschaft getötet. Diese Misshandlungen veranlassten Tausende Haitianer, das Land in oft überfüllten, nicht seetüchtigen Booten zu verlassen.
FRAPH Mitglieder erhielten Waffen und Ausbildung vom haitischen Militär, welches zu jener Zeit regierte. Im Gegenzug wurde FRAPH vom Militär eingesetzt, um die Kontrolle über die haitische Bevölkerung auszuüben. Mit der finanziellen und logistischen Unterstützung des haitischen Militärs und einiger haitischen Zivilisten wurden Zivilisten in den ärmsten Gegenden und Regionen Haitis von FRAPH getötet, willkürlich festgehalten, vergewaltigt oder auf andere Weise gefoltert oder misshandelt. Ebenso plünderten und zerstörten sie Häuser im Bestreben, den Widerstand der Bevölkerung gegen das militärische Regime zu brechen. Die Vergewaltigung von Frauen wurde nach dem Staatsstreich 1991 in Haiti als Methode benutzt, um die Zivilbevölkerung einzuschüchtern.
Philippe Biamby wurde beschuldigt, am Massaker von Raboteau beteiligt gewesen zu sein. Dieser grausame Vorfall ereignete sich vom 18.-22. April 1994 in Raboteau, Haiti, und bestand in einem Angriff militärischer und paramilitärischer Einheiten auf Aktivisten, die für eine Demokratie unter der Diktatur von 1991-1994 kämpften (siehe „Schwerpunkt“ für ausführlichere Informationen über den „Raboteau Massacre trial“). Biamby wurde als Mitglied des Oberkommandos der militärischen Streitkräfte Haitis (FADH) als Urheber und Hauptverantwortlicher des Massakers angesehen.
Im September 1994 trafen die Streitkräfte der amerikanischen Armee in Haiti ein, um die Rückkehr der demokratisch gewählten Regierung, welche von Präsident Aristide angeführt worden war, zu sichern. Am 15. Oktober 1994 übernahm Aristide die Macht und entliess die haitischen Militärstreitkräfte. Das Oberkommando des militärischen Regimes verliess daraufhin Haiti und flüchtete in nahe gelegene Länder. In Panama erhielt Biamby politisches Asyl. Dem Auslieferungsgesuch Haitis im Jahre 1998 wurde nicht Folge geleistet. |  | mehr... |  | Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt. |  |  |  | | Nationalität : | | | Haiti |  | | Geburtsdatum : | | | 21.09.1952 |  | | Letztes mal Gesehen : | | | Panama |  | | Zeitspanne der Fakten : | | | 09.1991 - 09.1994 |  | | Urteilperiode : | | | 10.2000 - 16.11.2000 |  | | Kategorien : | | | Folter Verbrechen gegen die Menschlichkeit |  | | Letzte Änderung des Profils : | | | 16.02.2006 |
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