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Das Recht im Dienst der Opfer schwerster Verbrechen
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 René Bousquet
Itinéraire d'un préfet de Vichy dans la Marne et en Champagne (J-P Husson)
 René Bousquet
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Rene Bousquet

Kontext : Besetztes Frankreich Suchen
Urteilsort : Frankreich Suchen
Status : Vor Verfahrensende verstorben
Statusbeschreibung : Am 8. Juni 1993 ermordet
Funktion : Polizei-Generalsekretär des Vichy-Regimes von Mai 1942 bis 31. Dezember 1943
FaktenVerfahren
René Bousquet wurde am 11. Mai 1909 als Sohn eines Anwalts in Montauban geboren. Er begann seine Karriere als oberster Privatsekretär des Präfekten von Tarnet-Garonne. 1933 wurde er zum Unterpräfekten ernannt und 1935 zum ersten Sekretär des Landwirtschaftsministers. Im Jahr 1936 übertrug ihm Roger Salengro, Innenminister der Front Populaire die Verantwortung für das Zentralarchiv des staatlichen Nachrichtendienstes. 1941 wurde René Bousquet zum Regional-Präfekten ernannt. Im April 1942, gerade als die SS in der besetzten Zone die Kontrolle über die öffentliche Ordnung übernommen hatte, ernannt ihn Pierre Laval (damals Premierminister des Vichy-Regimes) zum Polizei-Generalsekretär mit umfassenden Kompetenzen.

Mit der Zusicherung, für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung zu sorgen, erreichte René Bousquet, dass die französische Polizei der deutschen Besatzungsmacht nicht mehr direkt untergeordnet war, sondern mit einer gewissen Autonomie agieren konnte. Er versuchte nach Kräften, die Gesandten des Deutschen Reichs zufrieden zu stellen. Es gelang ihm ebenfalls, die Befehlsgewalt über alle polizeilichen Dienste zu erlangen.

Am 2. Juli 1942 begannen René Bousquet und Karl Oberg (der an der Spitze der deutschen Polizei und der SS im besetzten Frankreich stand) die Vorbereitungen für die Massenverhaftungen vom 16. und 17. Juli in der Region von Paris (im Rahmen eines Polizeieinsatzes, der als "Razzia vom Vel' d'Hiv" bezeichnet wurde). Im Austausch für einen Aufschub der Deportation von französischen Juden schlug René Bousquet vor, "Juden ausländischer Herkunft überall in Frankreich zu verhaften". Dieser Vorschlag von René Bousquet wurde von Pierre Laval am 3. Juli abgesegnet. Dadurch wurde Frankreich zum einzigen Land in Europa, wo Juden, die in Gebieten ohne deutsche Besetzung lebten, deportiert wurden.

Um für die geplante grosse Deportation vom 26. August 1942 eine möglichst grosse Zahl von Juden zu versammeln, übermittelte Bousquet aus eigener Initiative neue Anweisungen an die Präfekten. Dabei hob er frühere Bestimmungen auf, welche bestimmte Kategorien von Kindern vor Verhaftung und Deportation geschützt hatten. Ab diesem Zeitpunkt wurden Personen unter 18 Jahren und Eltern mit Kindern unter 5 Jahren nicht länger verschont.

Am 22. August erliess Bousquet eine Empfehlung an die Präfekten, streng zu sein mit denjenigen ihrer Untergebenen, die dieser Aufgab nicht mit genügender Bestimmtheit nachkamen.

In den ersten sechs Monaten von 1944 wurde Bousquet zu einem der Lieblings-Ziel für Angriffe der kollaborationistischen Presse. Man warf ihm vor, nur für die Vichy-Administration tätig zu sein, um die Résistance zu unterstützen. Tatsächlich deckte René Bousquet seinen Assistenten J.P. Marin, der gewissen Résistance-Netzwerken wichtige Hilfe leistete.

Nach dem Krieg wurde René Bousquet am Ende eines dreitägigen Prozesses vom obersten französischen Gericht vom Vorwurf der "Verletzung des nationalen Verteidigungsinteresses" freigesprochen. Er wurde jedoch des Verbrechens "nationaler Schande" für schuldig befunden. Dieser Schuldspruch erging automatisch gegen all jene, die dem Vichy-Regime angehört hatten und war mit der Minimalstrafe eines 5jährigen Verlustes aller zivilen Rechte verbunden. Bousquet wurde jedoch umgehend begnadigt, da er "in aktiver und anhaltender am Widerstand gegen die Besatzungsmacht teilgenommen hatte".

Obwohl ihm fortan höhere Ämter im öffentlichen Dienst verwehrt waren, gelang Bousquet eine brillante Karriere bei der Banque d'Indochine und in der Zeitungsbranche (er gehörte der Geschäftsleitung der Dépêche du Midi an).

Auf der Grundlage einer 1989 eingereichten Klage von der Vereinigung von Söhnen und Töchtern der von Frankreich aus deportierten Juden, wurde gegen René Bousquet im März 1991 Anklage erhoben.
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Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt.
 Nationalität :
 France
 Geburtsdatum :
 11.05.1909
  Zeitspanne der Fakten :
 02.07.1942 - 08.1942
  Urteilperiode :
  03.1991
  Kategorien :
  Verbrechen gegen die Menschlichkeit
  Letzte Änderung des Profils :
  08.03.2010
 
Crimes contre l'humanité, Barbie-Touvier-Bousquet-Papon
Chalendon Sorj et Nivelle Pascal
icl

 

 

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