Am 30. März 2000 wurde Iuri Budanov wegen der Vergewaltigung und des Mordes der 18-jährigen Kheda Kungayeva, einer jungen Tschetschenin, verhaftet. Sein Prozess begann im Februar 2001 in Rostov am Don vor einem Militärgericht.
Am 31. Dezember 2002 befand das Gericht Iuri Budanov aufgrund psychiatrischer Gutachten für nicht zurechnungsfähig und ordnete seine Einweisung in eine psychiatrische Klinik an. Doch aufgrund des Drucks von Seiten mehrerer NGOs ordnete der oberste Gerichtshof die Revision des Verfahrens an.
Im Juni 2003 entkräftete ein neues vom Gericht zugelassenes Gutachten alle vorhergehenden und etablierte die volle Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten. Es enthüllte, dass die vorhergehenden Gutachten einzig im Vertrauen auf die Aussagen von Oberst Iuri Budanov, jedoch ohne vertiefte Untersuchung erstellt worden waren.
Am 25. Juli 2003 befand das Gericht Iuri Budanov des Mordes und der Entführung für schuldig und verurteilte ihn zu einer Haftstrafe von 10 Jahren. Die Vergewaltigung wurde im Urteil nicht berücksichtigt, obwohl sie die medizinischen Gutachten klar attestierten.
Oberst Iuri Budanov sollte später den gegen das Urteil eingelegten Rekurs zurückziehen.
Im September 2004 zog er auch das an den Präsidenten Vladimir Putin gerichtete Gnadengesuch zurück.
Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt.