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Das Recht im Dienst der Opfer schwerster Verbrechen
  Philippe Biamby
  Raoul Cedras
  Joseph Michel François
 Articles on the Raboteau Massacre Trial and its consequences
Institute for Justice and Democracy in Haiti
 Justice in Haiti: The Raboteau Trial
The Human Rigths Databank
 The case against Emmanuel "Toto" Constant in the USA
Center for Justice and Accountability
 Geht die Jagd auf Haie uneingeschränkt weiter? - Die Zeit
18.03.2010
Allein in der EU sind nach Angaben der Europäischen Kommission rund ein Drittel der Haiarten wegen Überfischung bedroht. Viele der in Europa gefischten Haie werden nach Asien ...
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Emmanuel Constant

Kontext : Haiti Suchen
Urteilsort : Haiti Suchen
Status : Verurteilt
Statusbeschreibung : Verurteilt in absentia wegen Mordes aufgrund seiner Rolle im Massaker von Raboteau
Funktion : Generalsekretär der paramilitärischen Organisation FRAPH (Front Révolutionnaire Armé pour le Progrès d’Haïti)
FaktenVerfahrenSchwerpunkt
Emmanuel "Toto" Constant wurde am 27. Dezember 1956 geboren. Er soll haitischer Staatsbürger sein. Vom Oktober 1991 bis Oktober 1994 wurde Haiti von Raoul Cédras (siehe Fälle unter “Verbindungen) regiert, der ein verfassungswidriges und grausames Regime führte. Während dieser Zeit war Constant Generalsekretär der paramilitärischen Organisation FRAPH, “Front Révolutionnaire Armé pour le Progrès d’Haïti”.

Diese Militärdiktatur dauerte drei Jahre und war gekennzeichnet von weit verbreiteten, vom Staat geförderten Menschenrechtsverletzungen, die von der haitischen Armee und der paramilitärischen Organisation FRAPH (Front Révolutionnaire Armé pour le Progrès d’Haïti) in Haiti begangen wurden. Die vom Militär und der Organisation FRAPH angewandten Methoden umfassten aussergerichtliche Tötungen, zwangsweises Verschwindenlassen von Personen, willkürliche Festnahme und willkürlicher Arrest, Vergewaltigung und andere Folter und Gewalt gegen Frauen. Mehrere tausend Menschen wurden während der Militärherrschaft getötet. Diese Misshandlungen veranlassten Tausende Haitianer, das Land in oft überfüllten, nicht seetüchtigen Booten zu verlassen.

Seit Beginn der Militärdiktatur benutzten militärische Streitkräfte Zivilattachés oder paramilitärische Kräfte, um ihre Einschüchterungs- und Unterdrückungskampagne gegen die haitische Bevölkerung zu fördern. Im Jahre 1993 gaben Constant und andere der in Haiti hauptsächlich aktiven paramilitärischen Organisation den Namen “Revolutionäre militärische Front für den Fortschritt Haitis” (Front Révolutionnaire Armé pour le Progrès d’Haïti)”. Häufiger verwendete die Organisation jedoch den Namen “Revolutionäre Front für die Weiterentwicklung und den Fortschritt Haitis” (Front Révolutionnaire pour l’Avancement et le Progrès d’Haïti). Doch auch unter diesen Namen kannte man die Gruppe weiterhin als FRAPH. Dieser Name leitet sich aus dem Wort „frapper“ ab, welches sowohl im Französischen als auch im Kreolischen „schlagen“ oder „prügeln“ bedeutet.

Constants Vater war ein Militärkommandant unter dem ehemaligen Diktator François Duvalier. Emmanuel Constant benutzte die bekannten paramilitärischen Einheiten “Tonton Macoutes” Duvaliers als Modell für die Aufstellung von FRAPH. Unter Duvalier wurden die Tonton Macoutes offiziell “Freiwillige der nationalen Sicherheit” (National Security Volunteers or “VSN”) genannt. Diese „Freiwilligen“ agierten parallel zu oder in Verbindung mit der Armee, währendem sie Duvalier direkt Bericht zu erstatten hatten. Viele ehemalige Mitglieder der „Freiwilligen der nationalen Sicherheit“ wurden von Constant in die Reihen der FRAPH eingezogen. Im Jahre 1993 und 1994 arbeitete die paramilitärische Organisation FRAPH mit den haitischen Militärstreitkräften zusammen, indem sie das Militär in seiner Terror- und Unterdrückungskampagne gegen die haitische Zivilbevölkerung tatkräftig unterstützte. FRAPH Mitglieder erhielten Waffen und Ausbildung vom haitischen Militär, welches zu jener Zeit regierte. Im Gegenzug wurde FRAPH vom Militär eingesetzt, um die Kontrolle über die haitische Bevölkerung auszuüben. Mit der finanziellen und logistischen Unterstützung des haitischen Militärs und einiger haitischen Zivilisten wurden Zivilisten in den ärmsten Gegenden und Regionen Haitis von FRAPH getötet, willkürlich festgehalten, vergewaltigt oder auf andere Weise gefoltert oder misshandelt. Ebenso plünderten und zerstörten sie Häuser im Bestreben, den Widerstand der Bevölkerung gegen das militärische Regime zu brechen. Die Vergewaltigung von Frauen wurde nach dem Staatsstreich 1991 in Haiti als Methode benutzt, um die Zivilbevölkerung einzuschüchtern.

Emmanuel Constant wurde beschuldigt, am Massaker von Raboteau beteiligt gewesen zu sein. Dieser grausame Vorfall ereignete sich vom 18.-22. April 1994 in Raboteau, Haiti, und bestand in einem Angriff militärischer und paramilitärischer Einheiten auf Aktivisten, die für eine Demokratie unter der Diktatur von 1991-1994 kämpften (siehe „Schwerpunkt“ für ausführlichere Informationen über den „Raboteau Massacre trial“). Constant wurde als Generalsekretär der paramilitärischen Organisation FRAPH als einer der Verantwortlichen für das Massaker angesehen.

Im September 1994 trafen die Streitkräfte der amerikanischen Armee in Haiti ein, um die Rückkehr der demokratisch gewählten Regierung, welche von Präsident Aristide angeführt worden war, zu sichern. Das Oberkommando des militärischen Regimes verliess Haiti und flüchtete in nahe gelegene Länder. Im Dezember 1994 erliess die haitische Regierung einen Haftbefehl gegen Constant. Dieser floh in die Dominikanische Republik. Am 24. Dezember 1994 reiste er schliesslich in die USA ein. Dies empörte die Öffentlichkeit, worauf die amerikanische Einwanderungs- und Einbürgerungsbehörden ein Abschiebungsverfahren starteten.

Eine NGO in den USA (Center for Justice and Accountability) legte im Dezember 2004 Klage gegen Constant ein. Darin beschuldigt sie ihn für die Verantwortlichkeit für versuchte aussergerichtliche Tötung, Folter und grausame, unmenschliche und entwürdigende Behandlung, Gewalt gegen Frauen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
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Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt.
 Nationalität :
 Haiti
 Geburtsdatum :
 27.12.1956
  Alias :
  Toto
  Letztes mal Gesehen :
  Queens, New York
  Zeitspanne der Fakten :
 10.1991 - 10.1994
  Urteilperiode :
  10.2000 - 16.11.2000
  Kategorien :
  Folter
Verbrechen gegen die Menschlichkeit
  Letzte Änderung des Profils :
  10.03.2010
 
icl

 

 

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