   |  |  |  | Julienne Mukabutera |  | | Kontext : | Ruanda  | | Urteilsort : | Belgien  | | Status : | Verurteilt | | Statusbeschreibung : | Am 8. Juni 2001 zu 12 Jahren Haft verurteilt; Im Juni 2007 frühzeitig entlassen | | Funktion : | Benediktinerschwester | |
|  | |  | Die beiden Benediktiner-Schwestern Gertrud (Consolata Mukangango) und Maria Kisito wurden verantwortlich gemacht, an den Massakern von über 7600 Menschen im Kloster Sovu in Butare beteiligt gewesen zu sein. Schwester Gertrud war die Oberin des Klosters.
Ab dem 17. April 1994 suchten zahlreiche Flüchtlinge Unterschlupf im Kloster. Sie konnten in vier Gruppen eingeteilt werden: Pilger, die Familien einiger Tutsi-Schwestern, das Personal mit Familien und schliesslich die Flüchtlinge. Letztere wurden auf Geheiss Schwester Gertruds in das ans Kloster angeschlossene Gesundheitszentrum verbracht, um so die Aktivitäten des Klosters nicht zu stören und keine Zerstörung der Gebäude zu riskieren. Sie verweigerte den Flüchtlingen die Nahrung, obwohl genug davon an Lager gewesen wäre.
Am 19. April 1994 hielten der interimistische Präsident Ruandas und andere Mitglieder der Regierung flammende Reden, worin sie die Hutus zu weiteren Massakern an den Tutsis aufriefen. In der Folge hat sich das Schlachten in der Region Butare verstärkt.
Die beiden Schwestern hatten gute Kontakte mit dem Chef der Miliz, Emmanuel Rekeharo. Er hat den beiden Schwestern mitgeteilt, dass das Gesundheitszentrum angegriffen werden sollte. Darauf hätten die beiden beruhigt reagiert. Die Massaker haben am 22. April 1994 tatsächlich begonnen. Sie haben in drei Wellen stattgefunden.
Das Gesundheitszentrum wurde von Interahamwe-Milizen und der Hutu-Bevölkerung attackiert. Im Verlaufe des Massakers haben 500 bis 700 Flüchtlinge in der Garage des Zentrums Zuflucht gesucht. Die Angreifer entschieden, sie bei lebendem Leib zu verbrennen. Zu diesem Zweck haben die Schwestern Gertrud und Kisito eigens Benzinkanister herangeschleppt. Schwester Kisito hat dann auch Benzin ausgeschüttet und die Garage in Brand gesetzt. An diesem Tag haben im Kloster bis zu 7000 Menschen den Tod gefunden. Schwester Kisito hat anhand von Listen kontrolliert, ob auch alle darauf aufgeführten Personen umgebracht wurden.
Drei Tage später kam Rekeharo mit seinen Männern zurück. Die beiden Schwestern erklärten ihm unter dem Vorwand, sie hätten nicht genügend Nahrungsmittel für alle, sie wollten die restlichen Flüchtlinge loswerden. Schwester Gertrud bewegte die Flüchtlinge dazu, das Kloster zu verlassen. Dabei kamen um die 600 Personen ums Leben, einzig die Familienangehörigen der Tutsi-Schwestern des Klosters wurden verschont.
Es verblieben noch 30 Flüchtlinge im Kloster. Schwester Gertrud übte starken Druck auf die anderen Schwestern aus, damit diese die Flüchtlinge auslieferten, um so ihre eigenen Leben zu retten. Am 6. Mai holte sie den Bürgermeister des Dorfes. Er war begleitet von bewaffneten Polizisten und Interahamwe-Milizen, welche die letzen Flüchtlinge massakrierten.
Am 1. Juli 1994 wurde das Kloster evakuiert. Über Zaire und Frankreich kamen die Schwestern ins Kloster Maredret in Belgien. Ordensobere und Schwester Gertrud übten Druck auf andere Schwestern aus, welche sich anschuldigend über die Ereignisse im Kloster Sovu äusserten. Einige Schwestern wurden wegen der belastenden Aussagen sogar in andere Klöster versetzt. |  | mehr... |  | Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt. |  |  |  | | Nationalität : | | | Rwanda |  | | Geburtsdatum : | | | 22.06.1964 |  | | Alias : | | | Soeur Maria Kisito |  | | Letztes mal Gesehen : | | | Belgien |  | | Zeitspanne der Fakten : | | | 17.04.1994 - 07.05.1994 |  | | Urteilperiode : | | | 17.04.2001 - 08.06.2001 |  | | Kategorien : | | | Kriegsverbrechen |  | | Letzte Änderung des Profils : | | | 12.11.2009 |
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