  |  |  |  | Luis Echeverría Alvarez |  | | Kontext : | Mexico  | | Urteilsort : | Mexico  | | Status : | Laufende Untersuchung | | Statusbeschreibung : | Ermittlungen wegen Völkermord und Verschwindenlassen am 12. Juli 2007 von einem mexikanischen Bundesgericht fallengelassen | | Funktion : | Innenminister, dann Präsident Mexikos | |
|  | |  | Luis Echeverría trat 1947 der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko City bei und unterrichtete dort Politikwissenschaft. Parallel dazu stieg er rasch die hierarchischen Stufen der Institutionellen Revolutionären Partei (PRI) hoch und wurde letztendlich Privatsekretär des Parteipräsidenten. Von 1964 bis 1970 war er unter der Präsidentschaft von Gustavo Díaz Ordaz.
Während des ganzen Jahres 1968, zur Zeit, als die olympischen Spiele in Mexiko City ausgetragen wurden, schlug er einen harten Kurs gegen protestierende Studenten ein. Er ordnete die Versetzung von 15% der mexikanischen Militärsstreitkräfte in den Staat von Guerrero an, um die Guerilla-Gruppen, die dort agierten, zu kontern. Unter dem Ministerium Echeverría wurde angeblich von der Luftwaffe Napalm gegen ländliche Gemeinden in Guerrero eingesetzt. Konflikte zwischen der Regierung und Protestierenden gipfelten im Tlatelolco Massaker vom Oktober 1968. Im Jahre 1970 wurde Echeverría zum Präsidenten gewählt. Er besetzte diesen Posten bis 1976. In seiner Amtszeit als Präsident ereignete sich auch das Corpus Christi Massaker.
Tlatelolco Massaker:
Das Tlatelolco Massaker fand in der Nacht des 2. Oktobers 1968 auf dem Platz der drei Kulturen (Plaza de las Tres Culturas) in Tlatelolco, Mexico City, statt. Die genaue Zahl der Todesopfer bleibt bis heute ungewiss, wobei die meisten Quellen von 200-300 Toten, zahlreichen Verletzten und mehreren tausend Festgenommen sprechen. Dem Massaker gingen monatelange politische Unruhen in der mexikanischen Hauptstadt voraus, die Folge der Studentendemonstrationen und –ausschreitungen im Jahre 1968 in der ganzen Welt waren. Die mexikanischen Studenten wollten die Aufmerksamkeit, die während der olympischen Spielen auf Mexico City lag, ausnützen. Präsident Gustavo Díaz Ordaz war jedoch fest entschlossen, den Demonstrationen ein Ende zu setzen. Er befahl der Armee im September, den Campus der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko, der grössten Universität in ganz Lateinamerika, zu besetzen. Dabei wurden Studenten willkürlich geschlagen und festgenommen.
Die demonstrierenden Studenten liessen sich davon jedoch nicht abschrecken. Im Gegenteil, die Demonstrationen wurden zahlreicher, bis am 2. Oktober, nach 9 Wochen Studentenstreiks, 15'000 Studenten von verschiedenen Universitäten durch die Strassen von Mexiko City schritten. Bei Einbruch der Dunkelheit versammelten sich 5'000 Studenten und Arbeiter auf der Plaza de las Tres Culturas in Tlatelolco. Etliche wurden dabei von ihren Ehefrauen und Kindern begleitet.
Das Massaker begann bei Sonnenaufgang, als das Militär und die Polizei - ausgerüstet mit Militärfahrzeugen und Panzern – auf die Menge zu schiessen begannen. Dabei wurde nicht nur auf Demonstrierende, sondern auch auf sich zufällig auf dem Platz aufhaltende Menschen geschossen, darunter auch Kinder. Das Blutbad dauerte die ganze Nacht an.
Die offizielle Erklärung der Regierung lautete, dass bewaffnete Provokateure unter den Demonstranten sich so in Gebäuden positioniert hätten, dass sie die Menge überblicken konnten und dass sie dann in Richtung Sicherheitskräfte zu schiessen begonnen hätten, sodass den Sicherheitskräften keine andere Wahl mehr geblieben sei, als in rechtmässiger Selbstverteidigung zurück zu schiessen.
Corpus Christi Massaker:
Unter der Präsidentschaft von Echeverría wurden am 10. Juni 1971 während einer Kundgebung zur Finanzierung der Ausbildung in Mexiko City 42 demonstrierende Studenten getötet und Dutzende geschlagen und verletzt. Dieser Vorfall ist unter dem Namen Corpus Christi Massaker bekannt, benannt nach dem Festtag, an dem er stattfand. Dieses Ereignis ist ebenso bekannt unter dem Namen Halconzo – Falkenanschlag – da die Spezialstreitkräfte, die dort beteiligt waren „die Falken“ genannt wurden. Obwohl die Täter als Zivilisten gekleidet waren, waren sie bekannt als Mitglieder der militärischen Streitkräfte.
Ausserdem weisen zahlreiche Berichte darauf hin, dass während des „dirty war“s der mexikanischen Regierung gegen Linke Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre insgesamt ungefähr 530 Personen Opfer von gewaltsamem Verschwindelassen wurden und dass die Mehrheit dieser Leute schlussendlich umgebracht wurde. |  | mehr... |  | Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt. |  |  |  | | Nationalität : | | | Mexico |  | | Geburtsdatum : | | | 17.01.1922 |  | | Letztes mal Gesehen : | | | Mexico City |  | | Kategorien : | | | Genozid Verschwindenlassen |  | | Letzte Änderung des Profils : | | | 24.01.2010 |
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