Miguel Etchecolatz wurde 1929 geboren. Zur Zeit der Militärdiktatur in Argentinien (1976 bis 1983) war er Polizeikommandeur der Provinz Buenos Aires und fungierte als rechte Hand des Polizeichefs Ramón Camps. Von März 1976 bis Ende 1977 übte er die Fuktion des Untersuchungsleiters der Polizei von Buenos Aires aus. Während dieser Zeit gab es in Buenos Aires mehr illegale Festnahmen als in jeder anderen Provinz des Landes.
Nach offiziellen Angaben wurden in Argentinien während der Militärdiktatur im Rahmen des "Dirty War" in den Jahren 1976 bis 1983 13'000 Menschen getötet oder gelten als vermisst. Menschenrechtsorganisationen gehen davon aus, dass die Zahl eher bei 30'000 liegt.
Etchecolatz soll nebst zahlreichen anderen Fällen von Verschwindenlassen und Mord auch mitverantwortlich gewesen sein für die "Nacht der Bleistifte", eine Operation, die zum Verschwinden mehrerer Studenten innerhalb einer Nacht führte. Er soll zusammen mit Camps mindestens acht Geheimgefängnisse in La Plata, Quilmes, Banfield und Martínez betrieben haben.
Miguel Etchecolatz ist Autor eines Buches, in dem er die argentinische Militärdiktatur verteidigt.
Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt.