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  Mitar Vasiljevic
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Milan Lukic

Kontext : Ex-Jugoslawien Suchen
Urteilsort : IStGJ (Jugoslawien) Suchen
Status : Laufender Prozess
Statusbeschreibung : Die Überweisung des Falles an die Justiz von Bosnien-Herzegowina wurde durch die Berufungskammer des ICTY am 12 Juli 2007 abgelehnt; Prozess begann am 9. Juli 2008
Funktion : Anführer der Bosnisch-Serbischen paramilitärischen Gruppe “Weiße Adler” oder “die Rächer”
FaktenVerfahren
Milan Lukic wurde am 6 September 1967 in Foèa, Bosnien-Herzegowina geboren. Zeitweise lebte er in Deutschland, der Schweiz und in Obrenovac, Serbien. Lukic kehrte 1992 nach Visegrad zurück. Er soll die bosnisch-serbische paramilitärische Gruppe “Weiße Adler” oder “die Rächer”.gegründet haben. Die Anklage besagt, dass diese Gruppe mit der örtlichen Polizei und mit den militärischen Kräften zusammengearbeitet habe, um die örtliche muslimische Bevölkerung zu terrorisieren.

Višegrad ist eine Kleinstadt im südöstlichen Bosnien-Herzegowina, in der Nähe der serbischen Grenze. Die Stadt war von strategischer Bedeutung in diesem Konflikt, unter anderem weil sich dort ein Wasserkraftwerk und eine strategisch wichtige Straßenverbindung nach Serbien befindet.

Laut Anklageschrift sollen am 6.April 1992 Einheiten der Jugoslawischen Volksarmee ( JVA ) mit dem Artilleriebeschuß der Stadt und ihrer Umgebung begonnen haben. Dieser Beschuß betraf vorrangig die muslimischen Stadtteile und Dörfer. Die Anklageschrift hält fest, dass eine kleine Gruppe bosnischer Muslime als Vergeltung mehrere Serben als Geisel genommen habe, dass sie die Kontrolle über den Damm des Wasserkraftwerkts übernommen und damit gedroht habe, dieses in die Luft zu sprengen. Die Krise entspannte sich am 12.April 1992.

Am 19.Mai zog sich die JNA offiziell aus der Stadt zurück. Die örtlichen Führer der Serben errichteten dann die “Serbische Stadt Višegrad" und übernahmen die Kontrolle aller Regierungsbüros der Stadt. Kurz darauf begannen die örtlichen Serben gemeinsam mit der Polizei und den paramilitärischen Kräften laut Anklageschrift mit einer der schlimmsten ethnischen Säuberungskampagnen des ganzen Konflikts.

Der Anklageschrift zufolge war das Ziel, die Bosnisch-Muslimische Bevölkerung der Stadt dauerhaft zu vertreiben. Angeblich wurde eine große Zahl unbewaffneter muslimischer Zivilisten allein aufgrund ihrer Ethnizität getötet.Viele der muslimischen Männer, Frauen und Kinder, die im Gebiet der Stadt und auf der historischen ottomanischen Brücke getötet wurden, seien in den Fluß Drina geworfen worden. Angeblich waren Serbische Kräfte an der systematischen Plünderung und Zerstörung muslimischer Häuser und Dörfer beteiligt. Die beiden Moscheen Višegrads wurden vollständig zerstört.

Die Anklageschrift besagt, daß viele der Muslime, die nicht sofort getötet wurden, an verschiedenen Orten der Stadt, sowie in ehemaligen JNA_Kasernen in Uzamnica (fünf Kilometer von Višegrad entfernt) gefangen gehalten wurden. Ferner besagt die Anklageschrift, daß die Gefangenen unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten wurden, daß sie regelmäßig geschlagen und für anstrengende Zwangsarbeitsprojekte eingesetzt wurden.

Unter anderem wird Milan Lukic beschuldigt, er habe 7 bosnische Muslime an das Ufer der Drina geführt, in der Nähe von Višegrad, er habe sie gezwungen, sich in einer Reihe am Ufer aufzustellen und 5 der sieben erschossen zu haben.Außerdem wird er beschuldigt, in die Sägemühle und Möbelfabrik von Varda eingedrungen zu sein, dort sieben bosnische Muslime gezwungen zu haben, an das Ufer der Drina zu gehen, auf sie mehrfach geschossen und alle sieben getötet zu haben.

Um den 7.Juni 1992 soll er ferner auf fünf bosnische Muslime wieder am Ufer der Drina geschossen und getötet haben.Außerdem soll er ungefähr 70 Bosnisch-Muslimische Frauen, Kinder und ältere Leute in einem Haus auf der Pionirska-Straße in Višegrad dadurch getötet haben, daß er die Opfer in einem Raum des Hauses einschloß, das Haus in Brand setzte und dann mit automatischen Waffen auf die schoß, die durch die Fenster zu fliehen versuchten, wobei einige getötet und andere verletzt wurden.Es wird angenommen, dass Lukic ferner 70 bosnisch-Muslimische Frauen, Kinder und ältere Leute in einem Haus in Bikavac, nahe Višegrad ermordete, indem er sie zwang, in das Haus zu gehen, die Eingänge verbarrikadierte und dann mehrere Sprengsätze hineinwarf.

Lukic wurde am 5 August 2005 in Argentinien verhaftet und am 21 Februar 2006 an den Internationalen Strafgerichtshof für Ex-Jugoslawien (ICTY) überstellt.
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Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt.
 Nationalität :
 Bosnia and herzegovina
 Geburtsdatum :
 06.09.1967
  Letztes mal Gesehen :
  Den Haag, Niederlande
  Urteilperiode :
  09.07.2008
  Kategorien :
  Kriegsverbrechen
Verbrechen gegen die Menschlichkeit
  Letzte Änderung des Profils :
  09.08.2008
 
Genocide, War Crimes and Crimes Against Humanity: A Topical Digest of the Case Law of the ICTY
Human Rights Watch (2006)
Justice in a Time of War: The True Story Behind the International Criminal Tribunal for the Former Yugoslavia
Pierre Hazan
La Justice face à la guerre: De Nuremberg à La Haye
Pierre Hazan
icl
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