 |  |  |  | Milomir Stakic |  | | Kontext : | Ex-Jugoslawien  | | Urteilsort : | IStGJ (Jugoslawien)  | | Status : | Verurteilt | | Statusbeschreibung : | Vom Jugoslawientribunal (ICTY) zu lebenslanger Haft verurteilt; Gefängnisstrafe von der Berufungskammer am 22 März 2006 auf 40 Jahre reduziert. | | Funktion : | Politischer Amtsträger in der Gemeinde Prijedor in Bosnien-Herzegowina | |
|  | |  | Milomir Stakic wurde am 19. Januar 1962 in Maricka in der Gemeinde Prijedor in Bosnien-Herzegowina geboren. Er studierte Medizin an der Universität Banja Luka und praktizierte zuerst in Teslic, dann in einem Ambulatorium in Omarska und in der Notaufnahme der Dörfer Lamovita und Kevljani.
Vor den Mehrparteienwahlen im November 1990 in Bosnien-Herzegowina nahm Milomir Stakic an der Gründung einer lokalen Sektion der radikalen Volkspartei „Nikola Pasic“ teil. Er wurde Präsident dieser Partei für die Region Omarska. In der Folge bildete die Sektion von Omarska eine Koalition mit der serbischen demokratischen Partei (SDS). Stakic wurde am 11. September 1991 zum Vizepräsident der SDS für den Bezirk Prijedor gewählt.
In der Nacht vom 29. auf den 30. April 1992 übernahm die SDS mit Gewalt die Macht in Prijedor, indem die legitimen zentralen Behörden durch Mitglieder der SDS ersetzt wurden. Milomir Stakic soll so Muhamen Cehajic, den gewählten Präsidenten der Gemeindeversammlung, verdrängt haben.
Unmittelbar nach der Machtübernahme soll der Krisenstab der SDS strenge Einschränkungen gegenüber der nicht-serbischen, in erster Linie gegen die muslimische und kroatische Bevölkerung Bosniens, in Kraft gesetzt haben. Anfangs Mai 1992 wurden Zonen, in welchen Muslimen und Kroaten abgekapselt lebten, von den serbischen Kräften im grossen Umfang angegriffen. Milomir Stakic soll die Vertreibung von mehr als 20'000 nicht-serbischen Bewohner der Gemeinde Prijedor geplant und befohlen haben. Eine grosse Anzahl Muslime und Kroaten, die die Angriffe überlebten, sollen verhaftet und in verschiedenen Gefängnissen in der Gegend von Prijedor eingesperrt worden sein. Diese Gefängnisse wurden vom Krisenstab der SDS errichtet und verwaltet (unter anderem die Lager von Omarska, Keraterm und Trnopolje).
Milomir Stakic soll aktiv an der Verwaltung der Gefängnisse beteiligt gewesen sein. Am 5. August 1992 sollen 120 Männer auf seinem Befehl hin im Lager von Keraterm hingerichtet worden sein. Weiter wird er für die Hinrichtung von ca. 200 Personen in Korièanske Stijene am 21. August 1992 verantwortlich gemacht. Die sanitären Bedingungen in den Lagern waren prekär und unzureichend und die Gefangenen bekamen gerade genug Essen zum Überleben. Sie wurden misshandelt und gefoltert. Die Frauen wurden Opfer sexueller Gewalt und vergewaltigt.
Es wird geschätzt, dass Stakic die Verantwortung für die Hinrichtung von mehr als 1'500 Personen in der Zeitspanne vom 30. April 1992 bis am 30. September 1992 trägt.
Nach dem Erlassen eines internationalen Haftbefehls am 22. Januar 2001 wurde Milomir Stakic am 23. März 2001 in Belgrad festgenommen und dem Internationalen Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) übergeben. |  | mehr... |  | Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt. |  |  |  | | Nationalität : | | | Bosnia and herzegovina |  | | Geburtsdatum : | | | 19.01.1962 |  | | Zeitspanne der Fakten : | | | 30.04.1992 - 30.09.1992 |  | | Urteilperiode : | | | 16.04.2002 - 31.07.2003 |  | | Kategorien : | | | Genozid Kriegsverbrechen Verbrechen gegen die Menschlichkeit |  | | Letzte Änderung des Profils : | | | 01.07.2008 |
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