   |  |  |  | Philip DeCamp |  | | Kontext : | Irak  | | Urteilsort : | Spanien  | | Status : | Unzuständigkeitsentscheid | | Statusbeschreibung : | Spanischer Haftbefehl wurde am 19. Oktober 2005 erlassen; Verfahren eingestellt am 10. März 2006, jedoch am 16. Januar 2007 erneut eröffnet; Am 27. April hat ein Spanischer Richter Wolford, Gibson und DeCamp des Mordes und Verbrechen gegen die internationale Gemeinschaft angeklagt; Die Audiencia Nacional hat am 14. Juli 2009 das Verfahren wegen Beweismangels eingestellt. | | Funktion : | Leutnant der 3. Infanterieabteilung der US-Armee im Irak | |
|  | |  | Philip deCamp war Leutnant in der 3. Infanterieabteilung der US-Armee im Irak. Am Morgen des 8. Aprils 2003 berichtete Shawn Gibson (siehe „Verbindungen“) der Anführer eines M-1 Abrams Panzers, welcher auf der Al-Jumhuriya Brücke in Bagdad stationiert war, dass er in einem Gebäude auf der Ostseite des Flusses eine Person mit einem Fernglass erspäht habe. Es ist unklar, ob der Anführer des Panzers, Feldwebel Shawn Gibson (siehe „Verbindungen“) einen umgehenden Schiessbefehl erhalten hat, oder ob er das Feuer nach zehnminütiger Beratung seiner Vorgesetzten eröffnete.
Das angegriffene Gebäude, das Palestine Hotel, diente zahlreichen ausländischen Journalisten als Basis für die Berichterstattung über den Krieg. DeCamp führte das Regiment an, welches für den betroffenen Panzer verantwortlich war.
Jose Couso, ein Kameramann für den spanischen Fernsehsender Telecinco und Taras Protsyuk, ein ukrainischer Kameramann für Reuters, wurden bei besagtem Angriff getötet.
Captain Wolford, der Befehlshaber über die Panzereinheit, welche das Feuer auf das Palestine Hotel eröffnete, gab zu, den Schiessbefehl auf das Hotel erlassen zu haben, ohne jedoch darüber informiert gewesen zu sein, dass sich im Innern des Gebäudes ausländische Journalisten befanden.
Eine US-Militäruntersuchung vom August 2003 sprach Philip Wolford und die zwei anderen involvierten Soldaten, Feldwebel Shawn Gibson sowie Leutnant Colonnel Philip deCamp von jeglicher Missetat frei, indem sie festhielt, die betroffenen Soldaten hätten korrekt gehandelt, da sie im Glauben waren, auf feindliche Truppen zu feuern.
Eine durch das Kommittee zum Schutz von Journalisten, einer Fürsprechergruppe der Nachrichtenmedien, durchgeführte Untersuchung hielt im Mai 2003 fest, dass keinerlei Beweise erbracht worden seien, dass vom Palestine Hotel aus feindliche Schüsse auf die amerikanischen Streitkräfte abgefeuert worden waren. Der Bericht der Gruppe folgerte ebenfalls, dass die Tötung der beiden Journalisten nicht absichtlich geschehen war, obwohl diese hätte verhindert werden können, da das Pentagon sowie Feldbefehlshaber in Bagdad über die Lage des Hotels informiert gewesen waren und wussten, dass dort Journalisten untergebracht waren.
Der Untersuchung zufolge reagierten die amerikanischen Befehlshaber sofort mit Ärger und Konsternation auf den Beschuss. Leutnant Colonel DeCamp Captain soll Wolfort dafür zurechtgewiesen haben, dass er Feldwebel Gibson Schiesserlaubnis erteilt hatte. Es bleibt jedoch unklar, weshalb es weder DeCamp noch irgend jemandem sonst gelang, den Angriff im voraus zu stoppen.
Einige Tage nach dem Vorfall, bot DeCamp in einem Zitat in der Los Angeles Times eine Entschuldigung an: "Es tut mir leid dies sagen zu müssen, aber ich bin derjenige, welcher die Journalisten getötet hat. Es tut mir ausserordentlich leid, besonders für deren Familien, aber ich hatte keine Wahl. Das Leben meiner Soldaten war in Gefahr.”
Im Februar 2004 forderte die Nichtregierungsorganisation (NGO) „Reporters Without Borders“ nach Durchführung ihrer eigenen Untersuchung (siehe “links”) die Wiedereröffnung der Untersuchung des Vorfalles vom 8. April 2003. Die NGO hielt fest, dass die Soldaten vor Ort, unter ihnen Philip Wolford, Philip deCamp und Shawn Gibson, wegen ihres Informationsmangels bezüglich der Funktion des Palestine Hotels wohl nicht verantwortlich erklärt werden können. Reporters Without Borders verlangte jedoch, dass die Verantwortung höherer Befehlsstufen untersucht werde, da diese die entscheidende Information über die Nutzung des Palestine Hotels als Basis der Journalisten vor ihren Untergebenen zurückgehalten hätten. |  | mehr... |  | Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt. |  |  |  | | Zeitspanne der Fakten : | | | 08.04.2003 - 08.04.2003 |  | | Kategorien : | | | Andere Kriegsverbrechen |  | | Letzte Änderung des Profils : | | | 10.03.2010 |
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