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 Die Freiheit eines Mörders
Die Zeit (37/2004)
 Radovan Karadzic bekommt neue Richter - N24
21.08.2008
Der als Kriegsverbrecher angeklagte ehemalige Führer der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, bekommt beim UN-Tribunal in Den Haag neue Richter. Tribunalpräsident Fausto Pocar ...
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Radovan Karadzic

Kontext : Ex-Jugoslawien Suchen
Urteilsort : IStGJ (Jugoslawien) Suchen
Status : Angeklagt
Statusbeschreibung : Am 21. Juli 2008 in Serbien verhaftet; am 30. Juli 2008 an den IStGJ in Den Haag ueberstellt; erstes Erscheinen vor Gericht am 31. Juli 2008
Funktion : Präsident der Republik Srpska, Chef der serbischen demokratischen Partei (SDS)
FaktenVerfahrenSchwerpunkt
Radovan Karadzic wurde am 19. Juni 1945 in der Gemeinde von Savnik geboren, welche in der Bundesrepublik Jugoslawien und der heutigen Republik Montenegro liegt. Er ist einer der Gründungsmitglieder der serbischen demokratischen Partei, der SDS. Vom 12. Juli 1990 bis zum 19. Juli 1996 war er Präsident der SDS und gleichzeitig Vorsitzender dessen Zentralkomitees. Am 27. März 1992 wurde er zum Vorsitzenden des nationalen Sicherheitsrats der Serbischen Republik Bosniens („Republika Srpska“) gewählt. Anschliessend wurde Radovan Karadzic am 12. Mai 1992 Mitglied der Dreierpräsidentschaft der Serbischen Republik und schliesslich vom 17. Dezember 1992 bis zum 19. Juli 1996 alleiniger Präsident der Serbischen Republik. In dieser Funktion war er ebenfalls Oberkommandierender der Streitkräfte.

Seit Juli 1991 versuchten die Führer der bosnischen Serben, und im speziellen Radovan Karadzic, die Kontrolle über die Gebiete von Bosnien-Herzegowina zu gewinnen, welche zum integralen Gebiet der Serbischen Republik erklärt wurden. Sie bemühten sich, für die nicht-serbische Bevölkerung unmenschliche Lebensbedingungen zu schaffen und sie in Angst und Schrecken zu versetzen, um sie zum Verlassen dieser Regionen zu bewegen. Personen, welche sich weigerten, die Gebiete zu verlassen, wurden entweder vertrieben oder umgebracht. Bis Ende November 1995 vervielfachten sich die Verfolgungen und Vertreibungen.

Die muslimische Bevölkerung flüchtete hauptsächlich in die ländlichen Regionen von Bosnien, welche bis zu diesem Zeitpunkt von den Streitkräften der bosnischen Serben verschont blieben, namentlich nach Srebrenica. Um erstere zu schützen, verabschiedete der Sicherheitsrat der UNO am 16. April 1993 die Resolution 819, wonach alle Kriegsparteien Srebrenica, Zepa, Gorazde und Tuzla als „Sicherheitszonen“ anzusehen hätten, welche nicht Ziel von bewaffneten Angriffen oder anderen feindlichen Aktionen sein durften.

Währenddessen, um den 6. Juli 1995, bombardierten die Streitkräfte der bosnischen Serben auf Befehl von Radovan Karadzic Srebrenica und griffen die Beobachtungsposten der UNO in der „Sicherheitszone“ an. Am 11. Juli drangen sie in die Stadt ein. Die Muslime in dieser Enklave, mehrere Tausend Männer, Frauen und Kinder, flüchteten im Anschluss in den Komplex der Vereinten Nationen in Potocari, im Innern der „Sicherheitszone“. Am darauffolgenden Tag haben die Streitkräfte der bosnischen Serben die Männer von den Frauen und Kindern getrennt und sie in Haft genommen, wo sie zwischen dem 11. und 18. Juli in grosser Zahl hingerichtet wurden.

Bei der Ankunft der serbischen Streitkräfte in der Enklave floh eine weitere Gruppe von ungefähr 15’000 Muslimen, hauptsächlich Männer, den Wald durchquerend nach Tuzla. Tausende von ihnen wurden von den serbischen Streitkräften gefangen genommen und kurzerhand hingerichtet. Der Rest der muslimischen Bevölkerung wurde aus der Enklave von Srebrenica vertrieben, wo sich alsbald keine Muslime mehr befanden.

Die SDS und die Regierungsbehörden eröffneten Lager und Gefängnisse für die Nicht-Serben, welche durch Armeeangehörige und die Polizei bewacht wurden und unter dem Kommando der serbischen Behörden, namentlich Radovan Karadzic, standen. Die Muslime und bosnischen Kroaten wurden dort unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten, in einem Klima fortwährenden Terrors, welches durch blinde physische, psychische und sexuelle Gewalt geschaffen wurde. Tausende der Inhaftierten starben wegen unmenschlicher Behandlung oder wurden kurzerhand hingerichtet.

Zwischen dem 1. April 1992 und dem 30. November 1995 richteten die Streitkräfte der Bosnischen Serben unter Leitung und Befehl Radovan Karadzics einen Angriff aus den strategischen Standorten und von ausserhalb gegen Sarajevo. Sie belagerten und bombardierten die Stadt und feuerten vereinzelte Schüsse auf sie ab, was tausende zivile Opfer forderte, darunter Kinder und ältere Menschen. Die Belagerung dauerte 44 Monate und schuf ein Klima des Terrors für die Stadtbewohner, deren Existenz zu einem täglichen Kampf verkommen war. Ohne Gas, Elektrizität und fliessendes Wasser waren die Bewohner gezwungen, sich unter Lebensgefahr ausserhalb der Stadt mit lebenswichtigen Gütern einzudecken.

Zwischen dem 26. Mai und dem 2. Juni 1995, als Reaktion auf die Luftschläge der NATO, nahmen die Streitkräfte der bosnischen Serben unter Leitung und Befehl von Radovan Karadzic mehr als 200 Militärbeobachter und Mitglieder der Friedenstruppen der UNO gefangen, vor allem in Pale und in Sarajevo. Sie wurde in militärischen oder strategischen Anlagen in Geiselhaft gehalten, um diese vor neuen Angriffen der NATO zu schützen. Einzelne Geiseln wurden während ihrer Gefangenschaft misshandelt oder bedroht.
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Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt.
 Nationalität :
 Bosnia and herzegovina
 Geburtsdatum :
 19.06.1945
  Letztes mal Gesehen :
  Den Haag, Niederlande
  Zeitspanne der Fakten :
 01.07.1991 - 19.07.1996
  Kategorien :
  Genozid
Kriegsverbrechen
Verbrechen gegen die Menschlichkeit
  Letzte Änderung des Profils :
  31.07.2008
 
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