  |  |  |  | Siméon Nchamihigo |  | | Kontext : | Ruanda  | | Urteilsort : | IStGR (Ruanda)  | | Status : | Verurteilt | | Statusbeschreibung : | Der Prozess begann am 25. September 2006; Schlussplaedoyers im Januar 2008; am 24.September 2008 zu lebenslanger Haft verurteilt | | Funktion : | Staatsanwalt | |
|  | |  | Siméon Nchamihigo (auch bekannt als Nshamihigo) wurde am 8 September 1960 in der Präfektur Cyangugu in Ruanda geboren. Von April bis Juli 1994, also zum Zeitpunkt der geschilderten Fakten, war er Staatsanwalt in der Präfektur Cyangugu.
Siméon Nchamihigo soll eine gegen Tutsi und politische Gegner gerichtete Kampagne in der Präfektur Cyangugu organisiert und an ihrer Durchführung mitgewirkt haben. Die Kampagne bestand darin, Listen von einflussreichen Tutsi und der politischen Opposition aufzustellen; die zu tötenden Personen aufgrund der Liste zu identifizieren; die Bewegungen dieser Personen mit dem Ziel, Angriffe gegen sie zu vereinfachen, zu kontrollieren und einzuschränken; Strassensperren zu überwachen und Waffen an die Milizen zu verteilen.
Siméon Nchamihigo soll das militärische Training der Milizen in der Präfektur Cyangugu organisiert und beaufsichtigt haben. In Folge haben diese Milizen an Attacken teilgenommen, die gegen flüchtende Tutsi in den Gemeinden Hanika, Mibirizi, Nkanka, Shangi und Nyamsheke gerichtet waren und bei denen viele Personen starben.
Im April 1994 soll Siméon Nchamihigo die Errichtung von Strassensperren überwacht und angeordnet haben, passierende Tutsi zu töten. Gelegentlich nannte er auch die Namen der zu tötenden Personen.
Am 14. April 1994 soll Siméon Nchamihigo Tutsi und moderate Hutu aus der Schule von Gihundwe, wo sie relativ sicher waren, ausgewiesen haben. Infolgedessen sind die schwächsten Flüchtlinge an Hunger, Verdurstung oder Krankheit gestorben.
Am 15. April 1994 soll Siméon Nchamihigo Tutsi, die sich in die Kathedrale von Cyangugu geflüchtet hatten, gewaltsam in das Stadium von Kamarampaka getrieben haben. Die meisten dieser Personen wurden nie wieder gesehen und werden für tot gehalten.
Ende April 1994 soll Siméon Nchamihigo an einem Treffen teilgenommen haben, das Sicherheitsmassnahmen aufstellen sollte. Dort soll Siméon Nchamihigo die Frage gestellt haben, ob noch versteckte Tutsi übrig seien, die getötet werden müssten.
Mehrere Male soll Siméon Nchamihigo im April und im Mai 1994 angeordnet haben, Individuen zu töten, so zum Beispiel zwischen dem 13. und 15. April einen jungen Studenten, zwischen dem 28. und 30. April den Buchhalter der Präfektur, einen Geschäftsmann und einen katholischen Priester.
Seit Juli 1998 hat Siméon Nchamihigo unter dem Namen Bahati Weza und mit falschen Papieren als Fahnder für die Verteidigung für Samuel Imanishimwe am ICTR gearbeitet. Anfang Mai 2001 erkannte ihn jemand und informierte die Ankläger des ICTR.
Am. 19. Mai 2001 wurde Siméon Nchamihigo in Tansania festgenommen. |  | mehr... |  | Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt. |  |  |  | | Nationalität : | | | Rwanda |  | | Geburtsdatum : | | | 08.09.1960 |  | | Alias : | | | Bahati Weza |  | | Letztes mal Gesehen : | | | Arusha, Tansania |  | | Zeitspanne der Fakten : | | | 04.1994 - 07.1994 |  | | Urteilperiode : | | | 25.09.2006 |  | | Kategorien : | | | Genozid Kriegsverbrechen Verbrechen gegen die Menschlichkeit |  | | Letzte Änderung des Profils : | | | 06.10.2008 |
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