EN  FR  DE  ES | Plan der Webseite | Home
Das Recht im Dienst der Opfer schwerster Verbrechen

Gerichte

 
    Einführung
 
    Internationale Militärgerichtshöfe
Internationaler Militärgerichtshof in Nürnberg
Geschichtlicher Hintergrund
Zusammensetzung und Statuten
Aktivitäten
Bedeutung und Erbschaft
Quellen
Internationaler Militärgerichtshof für den Fernen Osten (Tokio)
 
    Internationale Strafgerichtshofe
 
    Internationaler Strafgerichtshof
 
    Gemischte oder internationalisierte Strafgerichte
 
    Internationale Rechtsgrundlagen

Unterstützen

 

 

Mitglied werden

 

 

Spenden

 

 

Website verlinken

Home  >  Ressourcen  >  Gerichte  >  Internationale Militärger...  >  Internationaler Militärge...  >  Geschichtlicher Hintergru...
Last modified on: 19.03.2014

Geschichtlicher Hintergrund

Am 13. Januar 1942 trafen sich neun Regierungsvertretern, die im Exil in Grossbritannien waren und deren Länder von den Nazis besetzt wurden, in London zu einer „Konferenz der Alliierten zur Bestrafung von Kriegsverbrechen“.  Die Idee eines internationalen Prozesses zur Bestrafung der Verantwortlichen für die Kriegsverbrechen unter dem Nazi-Regime, ungeachtet des Ausmasses der Verantwortung der Straftäter, begann Form anzunehmen. Am 17. Dezember 1942 wurde zum ersten Mal die Vernichtung der Juden aufs Tapet gebracht und die betroffenen Regierungen beteuerten ihren Entschluss, jene innert kürzester Zeit zu bestrafen, die für schuldig befunden wurden. Trotzdem wurden zu jenem Zeitpunkt noch keine präzisen Details, in Bezug auf die Art oder die Mittel solcher Bestrafungen, formuliert.

Am 30. Oktober 1943 wurde eine Kommission für Kriegsverbrechen ins Leben gerufen, um Informationen über die Verbrechen und die Verantwortlichen der Vernichtung zu sammeln und auszuwerten. Gleichzeitig entwarfen die Alliierten die Moskauer Deklaration, in welcher zwei Arten von Verbrechern erwähnt wurden: Jene, die ihre Verbrechen nur an einem einzigen Ort begangen haben und jene, deren Delikte in mehreren Ländern begangen wurden. Die Deklaration vereinbarte, dass die letzteren durch einen gemeinsamen Entschluss der alliierten Regierungen bestraft würden.

Zwischen den 28. November und dem 2. Dezember 1945 wurde eine Konferenz in Teheran abgehalten, wo sich Roosevelt, Churchill und Stalin zum ersten Mal trafen. Die Kriegsverbrechen waren eigentlich nicht auf der Tagesordnung der Konferenz vermerkt, aber es ergab sich beim gemeinsamen Nachtessen eine Diskussion zu diesem Thema zwischen den drei Staatsmännern. Stalin schlug eine Massenhinrichtung aller deutschen Offiziere vor. Churchill war zwar ein Verfechter von summarischen Hinrichtungen, war aber gegen Massenhinrichtungen. Der Anführer der amerikanischen Delegation tendierte eher zu Hinrichtungen nach einem Prozess. Sie waren sich also uneinig.

An der Jalta-Konferenz, die zwischen dem 4. und 11. Februar 1945 stattfand, wurde die Frage der Bestrafung der Kriegsverbrecher aufgeworfen. Churchill schlug erneut summarische Hinrichtungen der hochrangigen Nazis vor, nachdem ihre Identität rechtmässig geklärt wurde. Roosevelts Nachfolger, Harry S. Truman, nahm eine unmissverständliche Haltung ein: er lehnte es ab, summarischen Hinrichtungen zuzustimmen.

Sobald der Krieg beendet war, begannen Verhandlungen. Am 2. Mai 1945 wurde der Richter des Amerikanischen Obersten Gerichtshofs (Supreme Court), Robert Jackson durch Präsident Truman zum Chefankläger ernannt und ermächtigt, den Prozess vorzubereiten. Gemäss der  Kapitulationserklärung vom 5. Juni 1945, welche die Übernahme der Autorität der Deutschen durch die Alliierten enthielt, sollen die Verbrecher unverzüglich zur Rechenschaft gezogen werden. Zu jenem Zeitpunkt war jedoch noch nicht klar, welche Haltung das Tribunal einnehmen würde. Am 20. Juni 1945 kam die amerikanische Delegation in London an, mit der Absicht, mit ihren britischen Verbündeten eine Vereinbarung auszuhandeln, welche den Prozess in Gang bringen würde. Zwei wichtige Fragen standen auf der Tagesordnung:  die Anzahl der Prozesse und der Inhalt der Anklageschrift. Die amerikanische Delegation bevorzugte einen Prozess, basierend auf der „Nazi-Verschwörung“ , was bedeutet hätte, dass das Hauptgewicht auf dem Verbrechen der Aggression, mit einer begrenzten Anzahl Angeklagter und spärlichen, aber entscheidenden Beweisen, gelegen hätte, sowie auf der Anklage von gewissen Organisationen. Die Briten wollten einen schnellen Prozess, der innerhalb von zwei Wochen abgeschlossen wäre.

Verhandlungen mit den französischen und russischen Delegationen erwiesen sich als komplizierter. Die UdSSR bekundete sofort ihre Ablehnung über das  Vorgehen und die Natur der Verbrechen. Die Franzosen, gleich wie die Soviets, wollten den Akzent auf die Kriegsverbrechen und die Leiden, die die Bevölkerung ertragen musste, setzen und nicht auf die „Verbrechen gegen den Frieden“, wie von den Amerikanern vorgeschlagen wurde.

Am 2. August 1945 wurden die amerikanischen Vorschläge an der Potsdam-Konferenz von Stalin angenommen. Es wurde vereinbart, dass die Anklage das Problem der Aggression mit einbeziehen würde. Als Hauptquartier des Tribunals wurde Berlin bestimmt, wo die Eröffnungszeremonie am 18. Oktober 1945 stattfand. Nichtsdestotrotz wurde der Prozess in Nürnberg abgehalten, da die Amerikaner es ablehnten, den Prozess in einer von der UdSSR besetzten Stadt abzuhalten. Zudem war Nürnberg aus symbolischen Gründen eine privilegierte Stadt. Sie war Tagungsort des jährlichen Kongresses der Nazi-Partei gewesen und hier wurden die „Nürnberger Gesetze“ im 1935 erlassen, mit Texten, welche die rassistische Gründung des Reichs förderten. Ein weitläufiges und vom Krieg wenig versehrtes Gerichtsgebäude, welches zudem in der Nähe eines grossen Gefängnisses lag, bot ideale Bedingungen.

Am 8. August 1945 unterzeichneten die Delegationsvorsitzenden der Vereinigten Staaten, Grossbritanniens, Frankreichs und der UdSSR das „Londoner Abkommen vom 8. August 1945“ (Charta von Nürnberg) und die „Charta des Internationalen Militär-Tribunals“, als einen integralen Teil dieses Abkommens.

Imprimer  Envoyer à un ami  Ajouter à mes favoris 

Bleiben in Kontakt!

Copyrights © 2014 trial-ch.org. All rights reserved - DB Engineering: J. Bédat, Design: X. Righetti - Rechtliche Hinweise - Sitemap