   |  |  |  | Hissène Habré |  | | Kontext : | Tschad  | | Urteilsort : | Belgien  | | Status : | Gesucht - Haftbefehl | | Statusbeschreibung : | Internationaler Haftbefehl im September 2005 durch Belgien ausgestellt | | Funktion : | Präsident der Republik | |
|  | |  | Hissène Habré, geboren 1942, regierte seit 1982 die ehemalige französische Kolonie des Tschad, bis er 1990 durch den aktuellen Präsidenten Idriss Déby gestürzt wurde und nach Senegal floh.
Sein Einparteiensystem war durch fortwährende schwere Menschenrechtsverletzungen und breitangelegte Gewaltkampagnen gegen sein eigenes Volk gezeichnet. Habré verfolgte verschiedene ethnische Gruppen, deren Führer ihm als eine Bedrohung für sein Regime erschienen. Er ordnete die massenhafte Verhaftung und Tötung von Angehörigen dieser Gruppen an, wie z.B. jene der Sara und anderer Sudisten im Jahre 1984, der Hadjaraï 1987 und der Zaghawa 1989.
Die genaue Anzahl der Opfer Habrés bleibt bis heute unbekannt. Eine Untersuchungskommission des Tschadischen Justizministers, durch Habrés Nachfolger eingesetzt, klagte Habré 40'000 politischer Morde und systematischer Folter an. Die Merzahl der Verbrechen wurden durch die berüchtigte politische Polizei begangen, die Direction de la Documentation et de la Sécurité (DDS). Deren Vorsteher, die allein Habré verantwortlich waren, gehörten alle der ethnischen Gruppe Habrés an, nämlich den Goranen.
Die Vereinigten Staaten von Amerika und Frankreich unterstützten Habré, da sie in seinem Regime ein Bollwerk gegen den Lybier Muammar Gadaffi sahen, der versuchte, den Norden des Tschad zu erobern. Während der Amtszeit Ronald Reagans liessen die Vereinigten Staaten Habré über die CIA heimlich paramilitärische Hilfe zukommen, damit dieser die Macht im Land übernehme. In der Folge haben die Vereinigten Staaten Habré massiv mit Militärhilfe unterstützt und halfen der DDS mit Ausbildung, materiellen und finanziellen Mitteln. 1974 entführten Habré und seine Männer, die damals gegen die Zentralregierung rebellierten, die französische Anthropologin Françoise Claustre, und 1975 ermordeten sie den französischen Hauptmann Galopin, der ihre Befreiung aushandeln wollte. Trotz dieser Ereignisse unterstützte Frankreich den an die Macht gekommenen Habré mittels Waffenlieferungen, Logistik und Beratertätigkeiten, und durch die militärischen Operationen "Manta" (1983) und "Epervier" (1986).
Die Untersuchungskommission hat 1992 vorgeschlagen, die Urheber der Verbrechen strafrechtlich zu verfolgen, doch die aktuelle Regierung des Tschad hat weder die Auslieferung Habrés aus Senegal beantragt, noch gegen seine im Tschad verbliebenen Komplizen Verfahren angestrengt.
(Unter Modifikationen übernommen von Human Rights Watch, Les Poursuites contre Hissène Habré, un "Pinochet africain", www.hrw.org/french/themes/intro_web2.htm).
Ein Verfahren, das im Jahre 2000 in Senegal gegen Hissène Habré auf Initiative von Opfern angestrengt wurde, wurde beendet, indem sich die Senegalesischen Justizbehörden für nicht zuständig erklärten (siehe unter "Verbindungen").
Noch vor der endgültigen Entscheidung des Kassationsgerichts in Senegal, haben andere Opfer diskret in Belgien Anzeige gegen Hissène Habré erstattet. |  | mehr... |  | Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt. |  |  |  | | Letztes mal Gesehen : | | | Dakar (Senegal) |  | | Zeitspanne der Fakten : | | | 10.1982 - 01.12.1990 |  | | Kategorien : | | | Folter Verbrechen gegen die Menschlichkeit |  | | Letzte Änderung des Profils : | | | 13.07.2007 |
|  |
 | |  |
|
|